Arbeitsmarkt

Grafik: Weniger Paragrafen - mehr Arbeitsplätze Auf dem Arbeitsmarkt treffen Angebot und Nachfrage nach Arbeitsleistungen aufeinander. Das Arbeitskräfteangebot wird durch die demographische Entwicklung, die Altersstruktur der Bevölkerung, die Erwerbsneigung von Männern und Frauen in den einzelnen Altersjahrgängen, die Zu- und Abwanderungen von Arbeitskräften aus dem und in das Ausland sowie durch ökonomische Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Löhne, Sozialabgaben, Steuern, Sozialtransfers und Arbeitsbedingungen. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeit wird vor allem durch die Arbeitskosten, also Direktentgelte und Lohnzusatzkosten, und die Produktivität sowie durch die Gewinnerwartungen und die Nachfrage auf den Gütermärkten bestimmt.

Der Arbeitsmarkt ist ein unvollkommener Markt, weil das Arbeitsangebot nicht gleichartig ist (z.B. Arbeitsleistung von Ungelernten und von Facharbeitern), die Arbeitsmobilität beschränkt ist und Arbeitsanbieter und Arbeitsnachfrager keine vollständigen Informationen über die Marktbedingungen besitzen. Dadurch zerfällt der Arbeitsmarkt in zahlreiche qualifikatorische und regionale Teilarbeitsmärkte. Vielfach kommt es daher auch zu Arbeitslosigkeit und offenen Stellen in ein und denselben Branchen und Berufen gleichzeitig (Mismatch). Deshalb kann es in einzelnen Regionen faktisch Vollbeschäftigung geben, während in anderen Regionen jede fünfte Erwerbsperson offen oder verdeckt arbeitslos ist.

Die Organisation des Arbeitsmarktes wird stark durch den Zusammenschluss der Arbeitsanbieter in Gewerkschaften und der Arbeitgeber in Arbeitgeberverbänden geprägt. Da die Tarifpartner Löhne und Arbeitsbedingungen festlegen, wird der Arbeitsmarkt mehr durch Macht und Gegenmacht bestimmt als durch ein "freies Spiel" von Arbeitsangebot und -nachfrage. Außerdem kann der Staat durch die Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen steuernd in das Arbeitsmarktgeschehen eingreifen. Dies geschieht in Deutschland besonders intensiv, denn der deutsche Arbeitsmarkt zählt im internationalen Vergleich zu den überdurchschnittlich stark reglementierten.

 

Weiterführende Informationen:

IW-Dossier 26: Arbeitsmarkt vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)

Kurzbeschreibung: Arbeitslosigkeit in Deutschland – seit Mitte der 1970-er Jahre ein Problem und nach der Jahrtausendwende so brisant wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Wer ist am meisten betroffen? Was sind die Gründe für hohe Arbeitslosenzahlen? Welche Reformen wurden eingeleitet, um dem Missstand abzuhelfen? Die Experten des IW analysieren die dramatische Situation und machen klare Aussagen zu notwendigen Maßnahmen für einen nachhaltigen Beschäftigungsaufbau, die über den Bereich der reinen Arbeitsmarktpolitik weit hinausgehen: "Ein Zurücklehnen ist unangebracht".

Zu beziehen unter anderem hier

 

Arbeitsmarktökonomik, von Wolfgang Franz

Inhaltsübersicht. Einleitung: Der Arbeitsmarkt im Überblick: Fragen an die Arbeitsmarktökonomik.- Die Entscheidung der privaten Haushalte über die optimale Zeitallokation: Das Arbeitsangebot.- Investitionen in das Humankapital.- Die Firmenentscheidung über den optimalen Arbeitseinsatz: Die Arbeitsnachfrage.- Zwei Standardthemen der beschäftigungspolitischen Diskussion.- Die Koordination von Arbeitsangebot und -nachfrage auf dem Arbeitsmarkt: Matching und Mobilität.Arbeitsmarktinstitutionen und Lohnbildung: Arbeitsmarktinstitutionen und -organisationen.- Lohnbildung, Lohnrigiditäten und Lohnstrukturen.- Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit in Westdeutschland.- Die Arbeitsmarktsituation in Ostdeutschland. Thema dieses Buches ist eine breite Darstellung des Gebietes Arbeitsmarktökonomik, wie sie bisher in der deutschsprachigen Literatur kaum zu finden ist. Es analysiert den Stand der wissenschaftlichen Diskussion in den 90er Jahren, wobei ein besonderes Gewicht auf eine Verzahnung von theoretischen mit empirischen Aspekten gelegt wird. So beginnen die meisten Kapitel mit einer Diskussion wichtiger Fakten, die erklärungsbedürftig erscheinen. Es folgt dann eine Übersicht über neuere theoretische Erklärungsansätze. Abschließend werden Resultate ökonometrischer Tests der in den vorangegangenen Ausführungen aufgestellten Hypothesen vorgestellt, wobei auch neuere Verfahren in der Ökonometrie erläutert werden. Einige "Fallbeispiele" versuchen zusätzlich, die Bezüge zum aktuellen Arbeitsmarktgeschehen zu verdeutlichen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Zu beziehen unter anderem hier