Berufsausbildung
In der Umgangssprache wird Berufsausbildung häufig gleichbedeutend mit Berufsbildung gebraucht. Für das Berufsbildungsgesetz, das in der Bundesrepublik Deutschland gilt, ist Ausbildung jedoch nur ein Bereich der Berufsbildung: Diese umfasst gemäß §1 Berufsbildungsgesetz auch die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung.
Die Berufsausbildung hat nach § 1 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz "eine breit angelegte berufliche Grundbildung und die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen". Jugendliche unter 18 Jahren dürfen im Allgemeinen nur in anerkannten Ausbildungsberufen qualifiziert werden. Die Berufsausbildung ist Grundlage für die berufliche Weiterbildung.
Die Berufsausbildung wird in Deutschland überwiegend im dualen System durchgeführt, das heißt im Zusammenwirken der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschulen; im Handwerk ergänzen überbetriebliche Ausbildungsstätten die Berufsausbildung. Diese beiden rechtlich voneinander unabhängigen Ausbildungsträger müssen zusammenarbeiten, um die optimale berufliche Qualifizierung der Jugendlichen zu gewährleisten.
Anfang 2000 befanden sich 1,698 Millionen Jugendliche in der Berufsausbildung; das sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 19 Jahren. Dabei haben die Betriebe der Industrie und des Handels 49 Prozent der Lehrlinge ausgebildet, die Handwerksbetriebe 38,3 Prozent und die übrigen Bereiche (Landwirtschaft, Öffentlicher Dienst, Freie Berufe, Hauswirtschaft und Seeschifffahrt) zusammen 14,6 Prozent.
Für 2000 verzeichnete die Statistik insgesamt 348 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Allerdings sind die einzelnen Berufe unterschiedlich stark mit Auszubildenden besetzt. Die zehn am stärksten besetzten Ausbildungsberufe wählten 1998 rund 39 Prozent der männlichen und 54 Prozent der weiblichen Auszubildenden. (Ze)
Weiterführende Informationen:
Die Lehre lockt, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), iwd Mai 2007
Nach dem Abi an die Uni – diesem Motto folgen längst nicht mehr alle Abiturienten. Im Jahr 2005 unterschrieben rund 95.600 Schulabsolventen mit Hochschul- oder Fachhochschulreife einen Lehrvertrag – und damit wieder deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Ende der neunziger Jahre hatte sich allerdings schon einmal fast jeder dritte potenzielle Student für eine duale Berufsausbildung entschieden.
weiter...
Abiturientenausbildung der Wirtschaft - Die praxisnahe Alternative zur Hochschule, von Helmut E. Klein, Deutscher Instituts-Verlag
Kurzbeschreibung: Wer heute Abitur macht, sollte sich genau orientieren: Welcher Beruf ist für mich richtig, strebe ich eine rein akademische Laufbahn an oder die Hochschulqualifizierung für einen praktischen Beruf? Die vorliegende CD-ROM bietet Informationen zum Start in den Beruf mit einer Ausbildung im engen Verbund von Hochschule und Unternehmen: Die deutsche Wirtschaft bietet mit ihren speziell auf Abiturienten zugeschnittenen Ausbildungsprogrammen echte Alternativen zum rein wissenschaftlichen Hochschulstudium. Das Angebot ist vielseitig und reicht vom Betriebswirt bis zum Wirtschaftsinformatiker. Das besondere Merkmal aller Ausbildungsgänge liegt in der gelungenen Verbindung von theoretisch-wissenschaftlichen und berufspraktischen Inhalten – was mit dem Abschluss zugleich auch einen raschen Einstieg in die berufliche Karriere ermöglicht. Der Leitfaden gibt grundlegende Informationen zu den Ausbildungsgängen, die CD-ROM bietet eine Datenbank mit Studiengängen und Ansprechpartnern in ausbildenden Firmen aller wichtigen Branchen.
Zu beziehen unter anderem hier.

