Soziale Sicherung

Grafik: Sozialleistungen in DeutschlandUmfassend und aktuell definiert, spricht man von der sozialen Sicherung als "Gesamtheit aller Maßnahmen, die dem Schutz des Menschen vor den individuellen Lebensrisiken und dem Ausgleich ihrer wirtschaftlichen Folgen dienen". Dazu zählen nicht nur die vom Staat geschaffenen Einrichtungen wie die verschiedenen Sozialversicherungszweige, sondern auch die betriebliche Altersversorgung und die private Versicherungswirtschaft.

Den Kern des sozialen Sicherungssystems in Deutschland bildet nach wie vor die auf Bismarcks Sozialgesetzgebung (1883 bis1889) zurückgehende Sozialversicherung: die gesetzliche Kranken-, Renten-und Unfallversicherung, die 1927 geschaffene Arbeitslosenversicherung und seit 1995 die gesetzliche Pflegeversicherung.

Sowohl nach Art und Umfang der versicherten Risiken (Krankheit, Invalidität, Pflegebedürftigkeit, Alter, Tod, Arbeitslosigkeit) als auch nach der Anzahl der geschützten Personen(über 90 Prozent der Bevölkerung) und nach ihrem Leistungsvolumen (über 60 Prozent des gesamten Sozialaufwands) ist die Sozialversicherung die bei weitem bedeutendste Sicherungsinstitution. Finanziert werden die Leistungen überwiegend durch Beiträge, die von den Versicherten und ihren Arbeitgebern je zur Hälfte aufgebracht werden; die Unfallversicherung zahlen allein die Arbeitgeber. An der Finanzierung der Renten- und Arbeitslosenversicherung beteiligt sich der Staat in begrenztem Umfang.

Weitere wichtige Einrichtungen der sozialen Sicherung sind Maßnahmen des Familienleistungsausgleichs (darunter das Kinder- und Erziehungsgeld), die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, die Kriegsopferversorgung, die Sozialhilfe und nicht zuletzt die Sondersysteme für bestimmte Berufsgruppen (z. B. die Beamtenversorgung und die Altershilfe für Landwirte). Insgesamt wurden 2005 rund 696 Mrd. Euro für soziale Zwecke aufgewandt; dem entspricht fast ein Drittel (31,0 Prozent) des deutschen Bruttoinlandsprodukts. 1960 lag diese Quote noch bei 21,1 Prozent. (Pi)

 

 

Weiterführende Informationen:

Sozialschutz in Deutschland – empirische Bestandsaufnahme und methodische Probleme" von Winfried Fuest, Jochen Pimpertz

Kurzbeschreibung: Deutschland wendet ein knappes Drittel seiner Wirtschaftsleistung für die soziale Sicherung seiner Bürger auf. Damit ist es nach Frankreich der zweitgrößte Sozialstaat der Welt. Selbst Dänemark und Schweden, die man gemeinhin als klassische Wohlfahrtsstaaten kennt, geben nach einem neuen Rechenkonzept der OECD weniger Geld für Sozialleistungen aus als Deutschland. Die beiden skandinavischen Länder vergeben zwar generös soziale Transfers – einen beachtlichen Teil davon holen sie sich jedoch gleich wieder über hohe Steuern und Abgaben zurück.

IW-Trends 4/2006.

 

Staatsquote - An der falschen Stelle gespart, Instititut der deutschen Wirtschaft Köln, iwd Juni 2007

Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist in den vergangenen Jahren in Fahrt gekommen. Alle staatlichen Akteure haben von 2003 bis 2006 ihre Ausgaben lediglich um 0,5 Prozent erhöht – dem steht ein Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 6,8 Prozent gegenüber. Gespart wurde jedoch vielfach an der falschen Stelle – bei den Investitionen. Die Sozialausgaben stiegen dagegen weiter an.*)

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Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft: Ein Schnupperkurs in Sachen Ökonomie

Kurzbeschreibung: Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft", eine Publikation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), richtet sich an Leser, die mit dem Thema Wirtschaft bisher noch wenig vertraut sind. Auf unterhaltsame und allgemein verständliche Weise wird erklärt, wie die Soziale Marktwirtschaft funktioniert und wie Wettbewerb zum Nutzen aller wirkt. Das Heft thematisiert anschaulich und kompakt die aktuellen Probleme in unserem Wirtschafts- und Sozialsystem und zeigt auf, was mehr Wachstum und Beschäftigung entgegensteht. Behandelt werden auch Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland und die in der Öffentlichkeit oft umstrittenen Gewinne der Unternehmen. Aktien und Börse sind Thema eines Erklärstücks. Zum Schluss widmet der Autor auch der Globalisierung ein Kapitel. Es soll Mut machen, sich auf die neuen Herausforderungen einzulassen: Denn die grenzüberschreitende Freiheit eröffnet neue wirtschaftliche Chancen - vor allem für jene Menschen, die die Zukunft mit Eigeninitiative und dem Glauben an die eigene Leistung optimistisch angehen. Allgemeinverständlich erklärt werden auch Begriffe wie Angebotspolitik, Bruttoinlandsprodukt, Euro, Europäischer Stabilitätspakt, Globalisierung, Inflation, Investitionen, Preise, Produktivität, Sozialausgaben, Subventionen.

Die Broschüre ist unter anderem hier zu beziehen.