Altersbilder
Altersbilder sind stereotype Vorstellungen von der Rolle und den Eigenschaften älterer Menschen in der Gesellschaft. Es kann sich dabei um Selbstbilder oder Fremdbilder handeln und dabei die unterschiedlichsten Inhalte und Bezugsebenen betreffen. Dabei gibt es pauschal weder ein wahres oder nur ein falsches Altersbild, sondern immer nur wahre oder falsche Kerne.
Der Dritte Altenbericht an die Bundesregierung verstand beispielsweise unter Altersbildern allgemeine Vorstellungen in der Gesellschaft über das Alter, über die im Alternsprozess zu erwartenden Veränderungen und über die für ältere Menschen vermeintlich charakteristischen Eigenschaften. Die Bilder beinhalten Ansichten über Gesundheit und Krankheit im Alter, Vorstellungen über Autonomie und Abhängigkeiten, Kompetenzen und Defizite, über Freiräume, Gelassenheit und Weisheit, aber auch Befürchtungen über materielle Einbußen und Gedanken über Sterben und Tod. Sie enthalten aber auch normative Vorstellungen über Rechte und Pflichten alter Menschen in der Gesellschaft. Altersbilder umfassen also nicht nur beschreibende und erklärende Aussagen über das Alter(n), sondern auch wertende und normative Ansichten.
Demnach sind sie soziale Konstrukte, die im Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft entstehen und sich mehr oder weniger ständig ändern. Dabei prägen nicht nur ältere Menschen selbst durch ihr Handeln (z. B. durch ihren Lebensstil) die Entstehung und Veränderung von Altersbildern, sondern die Altersbilder selbst beeinflussen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene auch die Wahrnehmung und Beurteilung von älteren Menschen, die Gestaltung von sozialen Interaktionen mit ihnen sowie die Erwartungen an den eigenen Alternsprozess und die persönliche Lebenssituation im Alter.
Eine wichtige Frage ist, mit welchen Altersbildern sich ältere Menschen selbst identifizieren. Dies entscheidet darüber mit, inwieweit sie ihre individuellen Ressourcen für ein unabhängiges Leben nutzen, sich darum bemühen, durch eigene Aktivität zur möglichst langen Aufrechterhaltung der Ressourcen beizutragen und inwieweit sie das Engagement für andere Menschen - d.h. die Bereitstellung von Ressourcen - als persönlich bedeutsame Aufgabe betrachten.
Altersbilder können negative wie positive Aspekte beinhalten. Nach Andreas Kruse ist das derzeit herrschende Altersbild in Deutschland durch eine Wahrnehmung von Chancen wie Risiken im Alter geprägt. Nach einer Befragung im Auftrag des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung aus dem Jahr 2003 waren beispielsweise 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Älteren in unserer Gesellschaft durch ihre große Erfahrung ein wertvoller Bestandteil für die Gesellschaft seien, nur für 20 Prozent ist die ältere Generation nicht produktiv und deshalb eine Belastung für die Gesellschaft und nur 16 Prozent waren der Auffassung, dass Ältere ein Hindernis für Veränderungen seien; für jeden Zehnten stellten Ältere eine Last für die Gesellschaft dar. (Me)
Weiterführende Informationen:
Psychologie des Alterns, von Ursula Lehr
Kurzbeschreibung: Die 9. Auflage der "Psychologie des Alterns" stellt eine völlige Neubearbeitung dar. Die Autoren haben das Buch unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur inhaltlich auf den neuesten Stand gebracht. Teilweise wurden die Kapitel komplett überarbeitet und neu gegliedert. Durch die Veränderungen spricht das Buch nicht mehr nur Studenten der Universitäten und Fachhochschulen an, sondern bietet sich ebenso als Grundlage für Altenpfleger in der Ausbildung an.
Dieses Buch ist mit über 40.000 verkauften Exemplaren längst ein Standardwerk der Gerontologie. Von der demografischen Bevölkerungsveränderung über die Theorien des Alterns, die Veränderung der Gedächtnisleistung, die Kreativität, das sexuelle Verhalten, Fremdeinschätzung und Selbsterleben, die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer, ältere Menschen und Medien bis zur Auseinandersetzung mit dem Tod. Eine unverzichtbare Informationsquelle für Gerontologen und Psychologen und auch für Angehörige älterer Menschen, Ärzte, Pflegepersonal sowie alle die sich mit dem Altern konstruktiv und offensiv auseinandersetzen wollen.
Zu beziehen unter anderem hier
Erfolg mit der Generation 50plus - Ein Leitfaden für kleine und mittlere Betriebe, von Hugo Mohr, Andreas Wodok
Kurzbeschreibung
Das Konzept „Alte raus – Junge rein“ ist auf der ganzen Linie gescheitert. Einerseits arbeiten in keinem anderen Industrieland so wenig 55- bis 64-Jährige wie in Deutschland – andererseits ächzen die Sozialkassen unter den enormen zusätzlichen Belastungen, die durch die Politik der Frühverrentung verursacht wurden und werden. Die ganze Dramatik dieser Entwicklung wird aber erst vor dem Hintergrund der Demographie deutlich. Immer weniger Geburten und gleichzeitig immer mehr sowie immer ältere Menschen – die deutsche Alterspyramide gleicht einem riesigen Hammer, der nicht nur die Sozialkassen zu erschlagen droht, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt großen Schaden anrichten kann. Diese Broschüre zeigt, wie man in der Betriebspraxis die erfahrene Generation einbindet und zum Erfolgsfaktor des Unternehmens macht.
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