Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote ist das Verhältnis der Zahl der Arbeitslosen zur Zahl der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Arbeitslose). Sie beziffert den Anteil der Menschen, die arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden an allen, die arbeiten wollen.
Als arbeitslos wird in Deutschland registriert, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, mehr als 15 Stunden/Woche arbeiten will, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet ist. Errechnet wird die Arbeitslosenquote monatlich aus den Registerstatistiken der Bundesagentur für Arbeit. Als Bezugsgröße dienen die zivilen Erwerbspersonen. Manche Strukturinformationen liegen für diese aber nicht vor. Deshalb wird im Nenner der Quote mitunter auch die Zahl der abhängigen zivilen Erwerbspersonen oder gar die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zzgl. der Arbeitslosen verwendet.
Davon abzugrenzen ist die Erwerbslosenquote. Erwerbslos ist, wer keine Arbeit hat (egal welchen Umfangs), aktiv Arbeit sucht und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Die Erwerbslosenquote wird monatlich vom Statistischen Bundesamt auf Grundlage von Befragungen ermittelt. Sie ist in der Regel niedriger als die Arbeitslosenquote. Internationale Vergleiche werden üblicherweise mit der Erwerbslosenquote vorgenommen. (Hs)
Weiterführende Informationen:
Dänemarks „flexicurity“ – kein Vorbild für Deutschland, von Waltraut Peter
Seit die Arbeitslosenquote in Dänemark von 13 auf 5 Prozent gesunken ist, gilt die dort praktizierte sogenannte Flexicurity vielen als Vorbild. Gemeint ist die Kombination aus geringem Kündigungsschutz und großzügigem Arbeitslosengeld, also aus Flexibilität und Sicherheit. Bei genauem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass das, was in Dänemark funktioniert, kein Vorbild für Deutschland sein kann, weil der Sozialstaat und die Wertvorstellungen in Dänemark und der Bundesrepublik zu verschieden sind.

