E-Business
Unter E-Business (elektronischem Geschäftsverkehr) versteht man die Abwicklung geschäftlicher Transaktionen mit Hilfe des Internet. Soweit Waren oder Dienstleistungen digitalisierbar sind - wie beispielsweise bei Videofilmen, Softwareprodukten oder der Flugticketbuchung - können alle Stufen des Geschäfts online erfolgen. Falls dies nicht der Fall ist - und etwa eine bestellte Ware ausgeliefert werden muss -, so kann das Internet zumindest bei Anbahnung und Abschluss eines Kaufvertrages sowie bei Kontakten mit dem Kunden nach dem Kauf (z.B. Reklamationen) genutzt werden.
Eine weitere Unterscheidung wird hinsichtlich der Geschäftspartner getroffen. Verkauft ein Unternehmen an einen Konsumenten, so spricht man von Business-to-Consumer-Handel (B2C). Handelt es sich auf beiden Seiten um Unternehmen, ist die Rede von Business-to-Business-Handel (B2B). Als weitere Akteure spielen öffentliche Einrichtungen eine Rolle, etwa bei Ausschreibungen von öffentlichen Aufträgen (Business-to-Government - B2G). Der B2B-Handel macht schon heute grob geschätzt drei Viertel des E-Business aus und dürfte auch in Zukunft das größte Wachstumspotenzial haben.
Der elektronische Geschäftsverkehr erleichtert den Überblick über das Angebot an Waren und Dienstleistungen und steigert folglich die Wettbewerbsintensität, was in der Tendenz zu sinkenden Preisen und einer höheren Produktivität führt. Dies gilt vor allem für digitalisierbare sowie für standardisierte materielle Produkte und Dienste, die keiner besonderen Beratung bedürfen und somit besonders einfach auf elektronischem Weg verkauft werden können. Aus Sicht der Unternehmen steigen damit die Herausforderungen, sich durch Kundenservice und Angebotsdifferenzierung von der Konkurrenz abzugrenzen. Andererseits bieten sich vor allem durch den B2B-Handel erhebliche Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. Wegen des produktivitätssteigernden Effektes und der hohen Wachstumsdynamik gilt E-Business als eine wichtige Triebkraft für die Herausbildung einer (makroökonomisch verstandenen) Neuen Ökonomie.
Wie rasch die Bedeutung des Internet aus Sicht der Unternehmen zunimmt, zeigen Umfragen. (Grafik). So hat der Anteil der Unternehmen, die die Möglichkeiten E-Business nutzen im Zeitverlauf stark zugenommen. Im Jahr 2005 waren rund 45 Prozent der befragten Unternehmen als fortgeschrittene E-Business-Nutzer einzustufen, gegenüber lediglich 21 Prozent im Jahr 2001. (Ma)
Weiterführende Informationen:
Neue Kunden – neue Märkte. Erfolgreicher Einstieg ins E-Business - Ein Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen, von Thomas Einsporn / Ralf Wiegand
Kurzbeschreibung: Dem elektronischen Handel gehört die Zukunft. Seit Jahren sind Wachstumsraten beim Umsatz von 50 Prozent und mehr an der Tagesordnung, und gerade deutsche Firmen und Verbraucher erweisen sich als die emsigsten Netz-Werker in Westeuropa. Der Marktanteil der Bundesrepublik am E-Business beträgt schon heute rund 30 Prozent – das ist fast so viel, wie Frankreich und Großbritannien zusammen erreichen. Das Gesamtvolumen des deutschen Internet-Business liegt bei rund 1 Milliarde Euro am Tag, der Löwenanteil davon entfällt auf den Handel zwischen Unternehmen. Doch während die großen Konzerne den Markt längst systematisch erschlossen haben, hält sich der Mittelstand noch immer vornehm zurück. Vielen kleinen und mittleren Betrieben dient die eigene Homepage lediglich als Visitenkarte, nur wenige nutzen das Netz auch für die gezielte Ansprache neuer Kunden. Was konkret zu tun ist, um am weltweiten Wachstum des elektronischen Handels teilzuhaben, zeigt diese Broschüre.
Zu beziehen unter anderem hier.
E-Business, von Tobias Kollmann
Kurzbeschreibung: Tobias Kollmann beschreibt in seinem Lehrbuch die theoretischen Grundlagen und praxisbezogenen Implikationen für die drei Kernbereiche Einkauf, Verkauf und Handel auf Basis elektronischer Netzwerke.Dabei werden die Grundbausteine Systemlösungen, Prozesse, Management, Marketing und Implementierung konsequent für die zugehörigen Online-Plattformen E-Procurement, E-Shop und E-Marketplace erklärt, wobei die Besonderheiten der elektronischen Handelsebene Berücksichtigung finden.Ziel ist, relevante Fragestellungen für das Management im E-Business zu beantworten:
Welche technischen Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden?
Wie gestaltet sich die elektronische Wertschöpfung in der Net Economy?
Wie kann der unternehmerische Beschaffungsprozess mit Hilfe elektronischer Netzwerke verbessert werden?
Welche Voraussetzungen gelten für die Kundengewinnung und -bindung und damit für den Absatz von Produkten bzw. Dienstleistungen?
Wie werden elektronische Marktplätze aufgebaut und zum Erfolg geführt?

