Einkommensverteilung

Grafik: Einkommensentwicklung in Deutschland Die Verteilung des insgesamt in einem Jahr in einer Volkswirtschaft erarbeiteten Einkommens, des Volkseinkommens, lässt sich nach verschiedenen Gesichtspunkten analysieren:

Primär- und Sekundärverteilung: Die Primärverteilung ergibt sich direkt aus dem Produktionsprozess. Sie spiegelt die Entlohnung der Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital) wider. Durch die (meist staatliche) Umverteilung des Einkommens durch Steuern und Transfers wird aus der Primär- die Sekundärverteilung. Der Staat verteilt Teile der Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben als Transferleistungen nach sozialen Gesichtspunkten, als Geldleistung (z.B. Wohngeld) oder als "reale" Leistung (z.B. in Form von Studien- oder verbilligten Kindergartenplätzen). Funktionale Einkommensverteilung: Mit der funktionalen Einkommensverteilung versucht man, das Volkseinkommen den Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital zuzuordnen. Die bekannteste Kennziffer der funktionalen Einkommensverteilung ist die so genannte Lohnquote (Arbeitnehmerentgelt in Prozent des Volkseinkommens). Die Aussagefähigkeit der Lohnquote hat abgenommen, weil die einzelnen Haushalte Einkommen aus mehreren Quellen erhalten. So entfallen rund 40 Prozent aller Vermögenseinkommen auf Arbeitnehmerhaushalte. Personelle Einkommensverteilung: Statistiken über die personelle Einkommensverteilung geben Auskunft darüber, in welchem Umfang verschiedene Personen oder Personengruppen - Arbeitnehmer, Selbständige, Rentner, Beamte, Landwirte etc. - am Volkseinkommen partizipieren. Dabei werden alle Einkommensarten einer Person zusammengerechnet, z.B. Lohn-, Zins- und Mieteinnahmen. (Gg)

 

 

Weiterführende Informationen / Literaturempfehlungen:

Unterschichten-Debatte - Arbeit als Aufstiegshilfe, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), iwd November 2006

Anders als es die gegenwärtige Unterschichten-Diskussion vermuten lässt, entsteht in Deutschland keine neue Klasse von Armen. Im Gegenteil – ein allzu schmales Einkommen prägt oft nur eine Lebensepisode von wenigen Jahren. Einer Reihe von Betroffenen gelingt der Sprung in eine höhere Einkommensklasse sogar binnen zwölf Monaten.
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Wachstum und Verteilung - Wie sozial ist der Kapitalismus?, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)

Viele Skeptiker glauben, wirtschaftliches Wachstum und eine zunehmende Einkommens-Ungleichheit gingen Hand in Hand. Besonders in der Diskussion über die Globalisierung der Wirtschaft wird von Kritikern immer wieder die Behauptung aufgestellt, die fortschreitende Verflechtung internationaler Wirtschaftsbeziehungen produziere mehr Verlierer als Gewinner. Zusätzlich werde die Kluft zwischen den Industrienationen und den Entwicklungsländern immer größer. Doch stimmt das wirklich? Die Broschüre zeigt, dass Wirtschaftswachstum und soziale Gerechtigkeit sich weder auf internationaler, noch auf nationaler Ebene widersprechen müssen. Vielmehr ist eine Politik, die Beschäftigung durch wirtschaftliches Wachstum ankurbelt und so Arbeitsplätze schafft, immer noch die bessere Sozialpolitik.

Zu beziehen unter anderem hier.