Europäische Integration

Mit dem Ziel der dauerhaften Friedenssicherung in Europa haben in den fünfziger Jahren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande drei Europäische Gemeinschaften geschaffen:

1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), 1957 die Europäische Atomgemeinschaft (EAG) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EG, früher EWG) und1965 erhielten diese gemeinsame Organe. Die EG und die EAG sind heute Bestandteile der 1992 mit dem Vertrag von Maastricht vereinbarten Europäischen Union (EU), die neben einer "Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik" (GASP) und einer Zusammenarbeit auf den Felder der Rechts- und Innenpolitik vor allem die weitere wirtschaftliche Integration der Mitgliedsländer zum Ziel hat. Der Vertragüber die EGKs war zeitlich befristet und ist am 23. Juli 2002 ausgelaufen.

Der wirtschaftlichen Integration und damit der EG kam bislang die größte Bedeutung zu. Zunächst wurden bis 1968 stufenweise die Binnenzölle in der Gemeinschaft abgeschafft und ein gemeinsamer Außenzolltarif eingeführt. Ein weiterer wichtiger Integrationsschritt war die Vollendung des Binnenmarktes bis zum 31.12.1992. Damit wurde der freie Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital weitgehend verwirklicht.

Teil des "Vertrages über die Europäische Union" (Maastrichter Vertrag) war 1992 aber auch die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, die am 1. Januar 1999 in Kraft getreten ist. Ein Meilenstein im Integrationsprozess war der Übergang zur gemeinsamen Währung in der Euro-Zone mit der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang des Jahres 2002.

Neben dieser Integrationsvertiefung ist die Europäische Union auch räumlich ausgedehnt worden. 1973 kamen Dänemark, Großbritannien und Irland dazu, 1981 Griechenland, 1986Portugal und Spanien, 1995 Finnland, Österreich und Schweden.

Am 1. Mai 2004 sind der EU acht mittel- und osteuropäische Länder beigetreten, darunter Polen, Tschechien und Ungarn sowie Malta und Zypern. Bulgarien und Rumänien kamen am1. Januar 2007 hinzu. Damit umfasst die EU 27 Mitgliedsstaaten. Weitere Länder, wie z.B. die Türkei, haben sich um eine Aufnahme in die EU beworben. Mit den Verträgen von Amsterdam (1997) und Nizza (2000) hat die Europäische Union in Vorbereitung auf künftige Erweiterungen unter anderem institutionelle Änderungen beschlossen. Der Versuch, der EU mit dem Verfassungsvertrag eine neue vertragliche Grundlage zu geben, ist infolge der ablehnenden Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden vorerst gescheitert. (Bu)

 

 

Weiterführende Informationen:


„Die Europäische Integration (Geschichte kompakt)“ von Jürgen Elvert

Kurzbeschreibung:
Die Europäische Union ist ein in der Geschichte einzigartiger politischer Versuch und bei allen Schwierigkeiten - ein Modell für friedliche Koexistenz in der Zukunft. Als 1952 der der Gründungsvertrag für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Kraft trat, konnte niemand ahnen, welche Tiefe und Breite die Integration in Europa fünfzig Jahre später erreichen würde. Jürgen Elvert skizziert Idee und Vorstellung von Europa von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, um dann konkret und anschaulich den manches Mal mühsamen Weg der europäischen Integration von der Nachkriegszeit bis zur unmittelbaren Gegenwart darzustellen.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.


„Europäische Integration. Wirtschaft, Erweiterung und regionale Effekte“ von Ulrich Brasche

Kurzbeschreibung:
Die Europäische Union entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer „immer engeren Union“ und gleichzeitig wächst die Zahl ihrer Mitglieder, so dass die Gemeinschaft immer heterogener wird. Für die Bürger ebenso wie für die Unternehmen und Personen in der öffentlichen Verwaltung, in Politik und Verbänden gewinnt „Europa immer mehr Bedeutung – und gleichzeitig fällt es nicht leicht, diesen Integrationsprozess zu durchschauen.
Das vorliegende Buch hilft, die wirtschaftlichen Aspekte Europas für den kundigen Laien verständlich zu machen, indem es die grundlegenden Annahmen darstellt, bisherige Abläufe sowie Erfolge und Misserfolge schildert und die Probleme und Widersprüche der europäischen Wirtschaftsintegration benennt. Damit gewinnt der Leser das notwendige Grundlagen- und Überblickswissen, um die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile, die Risiken und Chancen der dynamischen und manchmal widersprüchlichen Entwicklungen Europas einschätzen zu können.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.