Freiburger Schule
Die Freiburger Schule für Nationalökonomie und das von ihr vertretene Konzept der Ordnungspolitik gelten als entscheidende Wegbereiter der sozialen Marktwirtschaft, wie sie nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland realisiert wurde. Sie soll in den Jahren 1932/33 letztlich zufällig dadurch entstanden sein, dass der Ökonom Walter Eucken (1891 - 1950) sowie die Juristen Franz Böhm (1895 - 1977) und Hans Großmann-Doerth (1894 - 1944) an der selben Fragestellung nach der Rolle privater Macht in einer freien Gesellschaft arbeiteten. Hierbei ging es u. a. um das Problem einer Sicherung des Wettbewerbs durch eine Ordnungspolitik des Staates - also um eine staatlich abgesicherte Wettbewerbsordnung. Auch Sozialpolitik wird in erster Linie als Wirtschaftsordnungspolitik verstanden, die den Menschen ein würdiges Dasein ermöglichen soll.
Nach ihren Vorstellungen kann sich Freiheit nur innerhalb vom Staat gesetzter Rahmenordnungen realisieren; damit wurde das "Denken in Ordnungen" und ihren Zusammenhängen begründet. Dies gilt als ein so genannter dritter Weg neben Planwirtschaft und Laissez-faire-Liberalismus. Die von Eucken, Böhm und Großmann-Doerth herausgegebene und 1937 begonnene Reihe "Ordnung der Wirtschaft" gilt als die eigentliche Geburtsstunde der Freiburger Schule (Ordoliberalismus). Als ein Ordoliberaler galt auch der erste deutsche Bundeswirtschaftsminister Professor Dr. Ludwig Erhard (1897 -1977). (Me)
Weiterführende Informationen:
"Freiheit und wettbewerbliche Ordnung. Gedenkband zur Erinnerung an Walter Eucken"
von Bernhard Külp, Viktor Vanberg
Kurzbeschreibung: In diesem Gedenkband zum 50. Todestag von Walter Eucken befassen sich verschiedene Autoren, die in der Tradition der Freiburger Schule und ihrer Weiterentwicklung stehen, mit seinem Werk.
Aus dem Inhalt: Gerold Blümle und Nils Goldschmidt: Zur Normativität ordoliberalen Denkens; Werner Zohlnhöfer: Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft aus evolutorischer Sicht; François Bilger: Ideen und Interessen in der Entwicklung der europäischen Wirtschaftsordnung; Bernhard Külp: Walter Eucken und die soziale Frage Manfred Löwisch: Das Arbeitnehmer-Entsendegesetz - ein ordnungspolitischer und rechtlicher Irrweg; Eckhard Knappe und Hans-Joachim Jobelius: Ordnungspolitische Reform des deutschen Gesundheitswesens: Integration in den europäischen Markt; Norbert Berthold: Das Ende rentenpolitischer Illusionen - was nun?; Christian Watrin: Staatsaufgaben: Die Sicht Walter Euckens und Friedrich A. von Hayeks; Erich W. Streissler: Eucken und die wirtschaftliche Lenkungsfunktion freier Finanzmärkte; Günter Knieps: Wettbewerb in Netzen; Manfred E. Streit und Michael Wohlgemuth: Walter Eucken und Friedrich A. von Hayek: Initiatoren der Ordnungsökonomik; Franz Schober: Organisationales Wissen und Informationstechnik; Alan Peacock: Some Economics of ‘Competitive’ Civil Justice; Thomas P. Gehrig: Zur Politischen Ökonomie des Technischen Fortschritts; Viktor Vanberg: Ordnungsökonomik und Ethik - Zur Interessenbegründung von Moral.
Zu beziehen unter anderem hier
Weiterführende Links:
http://www.ak-wiso.de/Artikel/Seiler011004.htm

