Geldpolitik
Geldpolitik ist der Einsatz der geldpolitischen Instrumente zur Verhinderung von Inflation in einer Volkswirtschaft. Neben diesem vorrangigen Ziel der Preisstabilität soll die Geldpolitik oft auch die allgemeinen wirtschaftspolitischen Ziele (z.B. Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum) im Blick haben. Die Ausführung der Geldpolitik liegt in den Händen von Notenbanken, allerdings innerhalb eines gesetzlichen Rahmens, in dem auch das geldpolitische Instrumentarium festgelegt ist. Unabhängig sind Notenbanken dann, wenn sie beim Einsatz der geldpolitischen Instrumente gegenüber der Regierung funktionelle und personelle Entscheidungsfreiheit haben.
Die Geldpolitik für die Mitgliedsländer der Europäischen Währungsunion liegt seit Januar 1999 bei der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt. Die nationalen Notenbanken, wie z.B. die Deutsche Bundesbank, unterstützen die EZB bei ihren Aufgaben. Die Entscheidungen über die Geldpolitik im Euroraum trifft der EZB-Rat, in dem das EZB-Direktorium sowie die Zentralbankpräsidenten der einzelnen Mitgliedsstaaten vertreten sind.
Bei ihrer geldpolitischen Strategie setzt die EZB auf drei Hauptelemente: Zum einen auf eine Festlegung des Ziels der Preisstabilität: Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex soll jährlich höchstens um 2 Prozent steigen. Zum anderen auf die zwei Säulen zur Erreichung dieses Ziels: Ein Referenzwert für das Geldmengenwachstum und eine breit fundierte Beurteilung der Aussichten für die künftige Preisentwicklung und der Risiken für die Preisstabilität.
Die Europäische Zentralbank verfügt über zahlreiche Instrumente, um den Europäischen Währungsraum mit ausreichend Geld auszustatten. Dazu gehören die Offenmarktgeschäfte und die "Ständigen Fazilitäten". Durch sie können sich Geschäftsbanken entweder Geld bei der Notenbank leihen oder an sie verleihen. Die entsprechenden Zinssätze für die Offenmarktgeschäfte und die Ständigen Fazilitäten haben für den Euroraum eine Leitzinsfunktion. (Gg)
Weiterführende Informationen:
Herausforderung Euro (Gebundene Ausgabe) von Hans Tietmeyer
Der frühere Bundesbankpräsident und Staatssekretär Professor Dr. Hans Tietmeyer - heute Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) - war einer der international angesehensten Geldpolitiker. Er galt als Synonym für die Stabilität der D-Mark und hat zudem an nahezu allen wichtigen Weichenstellungen auf dem Weg zur Währungsunion mitgewirkt. Mit allen zentralen Akteuren der internationalen Geldpolitik steht und stand er in teilweise engem Kontakt.
Sein Buch "Herausforderung Euro" liefert einen detaillierten Einblick in die jahrzehntelange Entwicklung zur Währungsunion und in manche Machtkämpfe und Auseinandersetzungen im Hintergrund. Es ist zugleich hochaktuell, denn der ehemalige Bundesbankpräsident kann wie kaum ein anderer beurteilen, warum die Weichen auf dem Weg zur Währungsunion in bestimmte Richtungen gestellt wurden, was daraus für die aktuelle Wirtschafts- und Finanzpolitik folgt und welche Herausforderungen der Euro heute an die Politik stellt.
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Carl Hanser Verlag
340 Seiten, gebunden
ISBN 3-446-40030-3
24,90 €
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Das Vorwort finden Sie hier zum Download.
Eine Leseprobe finden sie hier zum Download.
"Europäische Geldpolitik. Theorie - Empirie - Praxis" von Egon Görgens, Karlheinz Ruckriegel, Franz Seitz
Kurzbeschreibung: Dieses bereits in drei Auflagen erfolgreiche Buch hat sich sowohl im Studium wie auch als Nachschlagewerk für die Praxis bestens bewährt. Die materialreiche Darstellung verzahnt in vorbildlicher Weise theoretische Grundlagen mit geldpolitischer Praxis. Die neu bearbeitete 4. Auflage berücksichtigt unter anderem: - die Änderungen, die sich bei der Umsetzung der Geldpolitik des Eurosystems seit der letzten Auflage
ergeben haben (Strategie, Instrumentarium, Geldmarktsteuerung). - eine breite Diskussion der Frage des optimalen Beitrittszeitpunkts neuer EU-Länder in die Währungsunion. - eine Vertiefung des Vergleichs mit dem Federal Reserve System in den USA. - eine stärkere Auseinandersetzung mit den Gegensätzen bzw. unvereinbaren Positionen zwischen
(notenbankferner) Theorie und praktischer Geldpolitik. Dies betrifft etwa die Frage der praktischen
Relevanz des Geldbasiskonzepts, sowie, damit zusammenhängend, die in der Realität beobachtbare Endogenität der Geldbasis und Geldmenge. - neue Erkenntnisse zum Transmissionsprozess in der EWU.
Zu beziehen unter anderem hier

