Hayek, Friedrich August von

Der in Wien geborene Jurist und Staatswissenschaftler Friedrich August von Hayek (1899 - 1992) gilt als einer der prominentesten Vertreter des Liberalismus - der Lehre von der freien Marktwirtschaft im 20. Jahrhundert. Er prägte zusammen mit anderen Ökonomen (u. a. Wilhelm Röpke, Walter Eucken) 1938 den Begriff "Neoliberalismus" als ein Konzept einer langfristigen Wirtschaftspolitik, das der Freiburger Schule zugerechnet wird. Er zählt zu den bedeutendsten Sozialphilosophen unserer Zeit. Zusammen mit dem schwedischen Ökonomen Gunnar Myrdal, ein Sozialist (!), erhielt von Hayek 1974 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Gemeinsam mit Ludwig von Mises gründete er 1927 das Österreichische Konjunkturforschungsinstitut (heute: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung). 1929 habilitierte er sich an der Universität Wien und erhielt wenig später eine Professuran der London School of Economics. 1947 gründete er in der Schweiz die "Mont Pèlerin Gesellschaft", eine Vereinigung liberaler Nationalökonomen und Intellektueller. Ab 1950 lehrte und forschte von Hayek besonders in den USA und Deutschland; 1962 nahm er eine Professur in Freiburg an und wurde wenig später Vorstandsmitglied des Walter Eucken Instituts. 1967 wurde eremeritiert, lehrte aber bis 1969 weiter. Nach einer Honorarprofessur an der Universität Salzburg kehrte er 1977 nach Freiburg zurück, wo er bis zu seinem Tod 1992 tätig war.

Von Hayeks Verdienste reichen von Forschungen zur Kapital- und Konjunkturtheorie, über die Theorie des Sozialismus und des Wettbewerbs bis hin zur politischen Philosophie. Sein Denken warweitgehend geprägt durch kritische Auseinandersetzungen mit dem Sozialismus. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Der Weg zur Knechtschaft" von 1944 und die "Verfassung der Freiheit" ausdem Jahr 1960.

Nach seiner Überzeugung wissen in einer freien und arbeitsteiligen Gesellschaft die Marktteilnehmer stets mehr als es eine Steuerungsbehörde wie eine staatliche Instanz je wissen könnte. Die wirtschaftliche Ordnung ist weniger ein Resultat bewussten menschlichen Planens als das Ergebnis der "unsichtbaren Hand" des Marktes, sie entsteht evolutionär. Seine größte Sorge bestand darin, dass der Staat durch seine auf "Anmaßung von Wissen" beruhenden Interventionen die Freiheit abschaffen könnte. Von Hayek unterschied zwei Arten von Ordnungen: Die "spontane Ordnung", in der jeder Einzelnen seine Ziele mit eigenen Mitteln verfolgen und nur abstrakte Regeln in Form allgemeingültiger Verbote benötigt und die"Organisation" als Ergebnis menschlichen Entwurfs; hier existieren konkrete Regeln in Form von Geboten. Die Verfolgung individueller Ziel ist nur eingeschränkt möglich; es besteht eine Hierarchie. Beispiele für solche Ordnungen sind Zentralverwaltungswirtschaften, Unternehmen oder auch das Militär. In einer freien Gesellschaft hat die "spontane Ordnung" Vorrang. (Me)

 

Weiterführende Informationen:

Friedrich August von Hayek. Die Tradition der Freiheit, von Hans J. Hennecke

Kurzbeschreibung:
Friedrich August von Hayek (1899 - 1992) war ohne jeden Zweifel einer der originellsten und einflussreichsten liberalen Denker unserer Zeit. Nach einem außergewöhnlichen Gelehrtenleben, nach zahlreichen Büchern und Aufsätzen - seine Werke wurden in 20 Sprachen übersetzt - zählt der Nobelpreisträger von 1974 zu den bedeutendsten Sozialphilosophen und Ökonomen des Jahrhunderts. In Wien geboren und altem österreichischen Verdienstadel entstammend, stand F. A. von Hayek in der Tradition des klassischen Liberalismus der angelsächsischen Philosophie der Aufklärung und deren Protagonisten David Hume und Adam Smith. Kein anderer Zeitgenosse hat mehr zur ideen-geschichtlichen Erforschung und systematischen Weiterentwicklung dieser Tradition beigetragen. Hayeks Leben umfasste alle entscheidenden Wegmarken des 20. Jahrhunderts, sein Werk wurde durch die thematische Spannbreite seiner Ideen geprägt: Ökonomie und Psychologie, Biologie und Soziologie, Rechtswissenschaft, Geschichte, Politische Wissenschaft, Erkenntnisphilosophie und Methodologie waren allesamt Bestandteile seines Denkens. Die erste große Darstellung von Hayeks Leben und Werk zeichnet das Bild eines Intellektuellen mit wenig Neigung, das mühselige politische Geschäft persönlich zu erproben und statt dessen auf ein betont akademisches Profil zu achten. Es sind wissenschaftliche Stationen, die seinen Lebensweg prägen: das Studium (Jura, später Wirtschaftswissenschaften) in Wien, 1931 die Berufung an die "London School of Economics" als erster ausländischer Hochschullehrer, 1950 der Wechsel nach Chicago, 1962 der Ruf auf den Lehrstuhl Walter Euckens nach Freiburg, 1969 die Gastprofessur in Salzburg, 1974 die Verleihung des Nobelpreises, 1977 die Rückkehr nach Freiburg. Streitbar verficht er seine unbequemen Forderungen bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren. Mahnend und warnend tritt er ökonomischen Irrtümern, schließlich der Geisteshaltung einer ganzen Epoche entgegen. Erst in den siebziger Jahren wird ihm die Anerkennung der Wirtschaftspolitik zuteil, in den achtziger und neunziger Jahren schließlich werden seine Ideen als die ideologischen Wurzeln der politischen Zeitenwende identifiziert.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.

 

Die Anmaßung von Wissen, von Friedrich A. von Hayek, W. Kerber

Kurzbeschreibung: So wie die bisherigen zentralen Aufsatzbände Individualismus und wirtschaftliche Ordnung (1952) und Freiburger Studien (1969) das ökonomische und sozialphilosophische Denken von Friedrich A. von Hayek in den frühen und mittleren Phasen seines wissenschaftlichen Werkes dokumentieren, so findet sich in diesem neuen Aufsatzband die fruchtbare späte Phase seines Denkens in ganzer Breite. Es ist das Problem der Anmaßung von Wissen (Titel der Nobelpreise von 1974), das als Leitmotiv diese vielfältigen Untersuchungen von Friedrich A. von Hayek über die wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und philosophischen Grundlagen moderner, arbeitsteiliger Gesellschaften durchzieht.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.

 

 

Weiterführende Links:

http://www.hayek.de/start.html

http://www.hayek-stiftung.de/

http://www.eucken.de/freiburgertradition/hayek.htm

http://www.liberalismus-portal.de/friedrich-august-von-hayek.htm

http://www.hayek-institut.at/

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