Informationsgesellschaft
Mit Informationsgesellschaft wird eine Phase in der Entwicklung einer Gesellschaft verstanden, in der immer mehr Menschen mit der Schaffung, Verteilung und Bewertung von Informationenbeschäftigt sind und in "Informationsberufen" arbeiten. Das sind Berufe, bei denen 75 Prozent und mehr der Tätigkeiten auf das Speichern und/oder auf die Aufbereitung, Wiedergewinnung, Verknüpfung und Auswertung von Informationen entfallen.
Das starke Wachstum der Informationsberufe setzte in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Inzwischen sind etwa die Hälfte der Beschäftigten in Informationsberufen tätig. Im Vordergrund stehen Produktion und Nutzung von Informationen. Dabei ist inzwischen jede Art von Information zu einem elektronisch speicherfähigen und damit weltweit viel besser handelbarem Gut geworden. Das Wirtschaftswachstum ist heute mehr und mehr wissensbasiert.
Nach Auffassung mancher Soziologen verschiebt sich durch die Informationsgesellschaft nicht nur die Wirtschaftsstruktur von der industriellen Fertigung hin zur Wissensproduktion, sondern sie begründet auch eine neue Kultur, in der die Geschwindigkeit bestimmend wird (abnehmende Halbwertzeit der Informationen). Diese Kultur beruht auf einem ständigen Fluss an Informationen, die über Maschinen verbreitet werden. Sie besteht aus einem Netzwerk mit einer Vielzahl von Verbindungsknoten, die Informationen übertragen. Ein solches modernes Netzwerk ist zum Beispiel das Internet.
Der Mensch wird in dieser Gesellschaft vor allem durch Systeme und Netzwerke geprägt und immer weniger durch die persönliche Erfahrung. Befürchtet wird, dass persönliche soziale Netze durch versachlichte Informationsnetze abgelöst werden. Mobilität und Flexibilität gehören zu ihren Merkmalen, das ist Chance und Risiko zugleich. Dafür werden Informationen und Wissen aber auch mehr als sonst demokratisiert, d.h. für immer mehr Menschen verfügbar. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine flächendeckende Versorgung mit Endgeräten sowie die Beherrschung des Umgangs mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien; ansonsten kann die Gefahr einer neuen Spaltung der Gesellschaft entstehen. (Me)
Weiterführende Informationen:
"Informationsgesellschaft - Erst auf halber Strecke" , Institut der deutschen Wirtschaft, iwd August 2006
Ein technikverliebtes Volk sind die Deutschen noch nicht. Zwar freunden sich immer mehr Bundesbürger mit den Errungenschaften der Informationsgesellschaft an. Aber die Ausstattung mit PCs und Breitband-Internetverbindungen lässt im internationalen Vergleich zu wünschen übrig. Was jedoch für die Wirtschaft noch schlimmer ist: Es mangelt an Techniker-Nachwuchs und Patenten.
Weiter...
"Der Weg nach vorn. Die Zukunft der Informationsgesellschaft" von Bill Gates, Nathan Myhrvold, Peter Rinearson
Kurzbeschreibung: Bill Gates, "Mr. Microsoft", ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Welt und der reichste Mann in den USA. In seinem Buch blickt er auf seine Karriere zurück und entwirft Szenarien für die Entwicklung neuer Informationstechnologien. Anschaulich und verständlich beschreibt er, welche Möglichkeiten die Informationstechnik uns eröffnet, und sagt, wie man sie im Dienste einer humanen Gesellschaft anwenden sollte. Bill Gates, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Microsoft, ist ein Mann der Superlative: bereits in jungen Jahren der reichste Mann der USA, einer der größten Unternehmer unserer Zeit und ein technisches Genie. Er lebt mit seiner Familie in Seattle.
Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.

