Innovationen und Patentwesen
Erfolgreiche Innovationen sind gewöhnlich mit Hilfe des gewerblichen Rechtsschutzes gegen Nachahmung und widerrechtliches in Verkehr bringen geschützt. Mit dem Patent erhält der Inhaber bis zu 20 Jahre das "Monopol", die Innovation wirtschaftlich zu verwerten. Im Gegenzug wird seine Erfindung offen gelegt und somit als Stand der Technik dokumentiert. Alle Interessierten sollen informiert und angeregt werden, durch Weiterentwicklung wieder Neues zu schaffen. Das Patentwesen spielt schon deswegen eine bedeutende Rolle, weil es Zukunftsmärkte sichern kann.
Allerdings wird ein Patent nur erteilt, wenn die Erfindung neu ist: Vor der Anmeldung darf sie nirgendwo durch schriftliche oder mündliche Beschreibung veröffentlicht worden sein; die Erfindung muss auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sein.
In Deutschland werden seit 1995 wieder spürbare Steigerungen bei den Patentanmeldungen registriert (jährlicher Zuwachs durchschnittlich 16 Prozent). Durch zahlreiche Initiativen ist es gelungen, eine längere Durststrecke zu überwinden. Im Jahr 2000 wurden über 110.000 Patente mit dem Bestimmungsland Deutschland angemeldet. Allerdings werden noch zu viele Patente deswegen nicht erteilt, weil die Inhalte der Anmeldung nicht neu sind. Die Kosten für eine deutsche Patentanmeldung (inklusive Patentanwalt) liegen bei etwa 2.700 Euro. Die Gebühren für die Aufrechterhaltung belaufen sich in den ersten zehn Jahren zusammen auf etwa 1.700 Euro. (TE)
Weiterführende Informationen:
Patente - Viele verborgene Schätze, Institut der deutschen Wirtschaft, iwd März 2007
An Ideen für neue Produkte und Herstellungsverfahren mangelt es den Deutschen nicht. Viele Prototypen landen jedoch nie in den Regalen der Geschäfte, sondern verstauben in den Abstellkammern der Forschungsabteilungen. So wird jedes vierte Patent in Deutschland nicht auf den Markt gebracht, wie eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) ergab. Die hiesige Wirtschaft sitzt damit auf nicht realisierten Vermögenswerten von mindestens 8 Milliarden Euro.
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Wachstumsfaktor Innovation - Eine Analyse aus betriebs-, regional- und volkswirtschaftlicher Sicht, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)
Kurzbeschreibung: In Deutschland sind sehr viele gute Ideen vorhanden, die sich in Erfindungen und Patenten niederschlagen. Es treten jedoch oft Probleme im Bereich der Umsetzung auf. Die Produktion innovativer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zeigt nur eine durchschnittliche Dynamik. Dieser Befund wiegt schwer: Innovationen gelten als Schlüssel zu Wachstum und Wohlstand einer Gesellschaft – für die Entwicklung insbesondere der Produktivität, aber auch der Beschäftigung hierzulande. Politik und Wirtschaft sollten daher versuchen, den Innovationsprozess nicht allein dem Zufall zu überlassen, sondern die Voraussetzungen zu schaffen, um möglichst viele neue Ideen zu generieren und erfolgreich am Markt zu platzieren. Die Studie analysiert das prekäre Verhältnis von mangelnder Innovationstätigkeit und wirtschaftlichen Problemen auf den unterschiedlichen Ebenen des Wirtschaftsprozesses. Die Autoren arbeiten differenziert Ansätze heraus, wie Innovationen in der Praxis wieder an Fahrt gewinnen und zum notwendigen Wachstum beitragen.
Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.

