Konvergenzkriterien

Für die Einführung des Euro (3. Stufe der Europäischen Währungsunion) wurden für die Teilnehmerstaaten im Maastrichter Vertrag die folgenden zwingenden Konvergenzkriterien, häufig auch als "Maastricht-Kriterien" oder Stabilitätskriterien bezeichnet, festgelegt:

die jährliche Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte darf drei Prozent, die Gesamtverschuldung darf 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts BIP nicht überschreiten; die nationale Inflationsrate darf maximal 1,5 Prozentpunkte über derjenigen der drei preisstabilsten EU-Staaten liegen; die jeweilige Währung darf innerhalb von zwei Jahren vor dem EWS-Beitritt gegenüber den anderen Teilnehmerwährungen nicht abgewertet worden sein und die langfristigen Zinsen der betreffenden Landeswährung dürfen innerhalb des Jahres vor dem Beitritt das entsprechende Niveau der drei stabilsten EU-Staaten maximal um zwei Prozent überschritten haben.


Weiterführende Informationen:

Stabiler Euro als Aufgabe, währungspolitischer Vortrag von Professor Dr. Hans Tietmeyer, 10.12.2001 

 (...) Die deutsche Seite hat schon früh ihre Bereitschaft zur Währungsunion in Europa erklärt. Sie wollte und musste jedoch zunächst darauf dringen, dass eine dauerhafte Stabilitätsorientierung als gemeinsames Ziel festgelegt, die ökonomische Grundlage dafür geschaffen und eine Konstruktion gefunden wurde, die auch dauerhaft in diesem Sinne tragfähig sein kann.

Das Bemühen um dauerhafte Stabilitätsorientierung lag nicht nur im Interesse der durch die DM besonders stabilitätsgewöhnten deutschen Bevölkerung. Das lag von Anfang an auch im recht verstanden Interesse der europäischen Integration selbst. Denn nur auf einer solchen Grundlage kann sich die europäische Integration auch weiterhin weitgehend konfliktfrei und dauerhaft wohlstandssteigernd entfalten.

Diesen Stabilitätsanforderungen ist im Maastricht-Vertrag, im Stabilitäts- und Wachstumspakt und insbesondere auch in der institutionellen Ausgestaltung des europäischen Zentralbanksystems weitgehend Rechnung getragen worden. Das haben auch die ersten Jahre mit dem Euro bereits gezeigt.

Der Euro, in dem die nationalen Währungen seit Anfang 1999 nur noch feste Bestandteile sind, hat auch in einem schwierigen Umfeld seine innere Stabilität weitgehend erhalten können. (...)" 

Vor allem als Präsident der Deutschen Bundesbank stand Professor Dr. Hans Tietmeyer, heute Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) für Währungsstabilität.  

Die hier zitierte Rede und weitere Beiträge, Aufsätze und Vorträge zum Thema Währungsstabilität finden Sie auf der persönlichen Website von Hans Tietmeyer. 

 

“Die Beitrittsfähigkeit der mittel- und osteuropäischen EU-Mitglieder zur Europäischen Währungsunion“ von Winfried Fuest, Jürgen Matthes

Seit bald einem Jahr hat die Europäische Union acht neue Mitglieder in Osteuropa. Die gemeinsame Währung haben die Neuen aber noch nicht übernommen. Denn vor den Einzug in die Währungsunion sind einige Hürden gesetzt. Wie die Aspiranten für den Euro gerüstet sind, hat das IW in einer Studie untersucht.

Zu beziehen unter anderem hier.