Mitgliederbegehren (SPD)
Zum ersten Mal in der 140-jährigen Geschichte der SPD haben Bundestagsabgeordnete und Parteimitglieder, die dem linken Flügel der SPD zugerechnet werden - darunter Ottmar Schreiner und der IG BAU-Chef Klaus Wiesehügel - im April 2003 unter dem Titel "Wir sind die Partei" ein Mitgliederbegehren gegen die Reform-Agenda 2010 von Bundeskanzler Schröder lanciert.
Bei einem Mitgliederbegehren müssen laut SPD-Satzung zunächst zehn Prozent der Unterschriften aller Parteimitglieder (rund 670.000 im Juni 2003) gesammelt werden. Dann kann das eigentliche Mitgliederbegehren, die Abstimmung der Parteimitglieder über das strittige Thema, durchgeführt werden.
Nach dem Sonderparteitag der SPD vom 1. Juni 2003 in Berlin, auf dem die Reformpläne von Bundeskanzler Schröder mit großer Mehrheit gebilligt wurden, ist das o.g. Mitgliederbegehren an der erforderlichen Zustimmung der Parteimitglieder gescheitert. Die Initiatoren kündigten zwei Wochen später, am 15. Juni 2003, die Aufgabe ihres ursprünglichen Ziels an, einen Mitgliederentscheid über die geplanten Sozialreformen herbeizuführen.

