Mutterschutz

Die erwerbstätigen Mütter zu schützen, war eines der frühesten Anliegen staatlicher Sozialpolitik. Schon die Gewerbeordnung von 1877 enthielt ein Beschäftigungsverbot für Mütter in den ersten drei Wochen nach der Geburt des Kindes. Aus diesen Anfängen hat sich ein umfassendes arbeits- und sozialrechtliches Schutzsystem entwickelt. Es hat die Aufgabe, Mutter und werdendes Kind vor Gesundheits- und Unfallgefahren am Arbeitsplatz zu bewahren sowie finanzielle Einbußen und den Verlust der Arbeitsstelle zu verhindern.

Zentrale Rechtsnorm ist das Mutterschutzgesetz. Seine wichtigsten Bestimmungen sind: ein absolutes sechswöchiges Beschäftigungsverbot vor und ein absolutes achtwöchiges Beschäftigungsverbot nach der Entbindung (bei Früh- und Mehrlingsgeburten 12 Wochen), zusätzlich konkrete Beschäftigungsverbote für werdende und stillende Mütter hinsichtlich schwerer körperlicher und gesundheitsgefährdender Tätigkeiten sowie Arbeiten im Akkord und schließlich das Verbot von Mehr-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit.

Während der absoluten Mutterschutzfrist von zusammen 14 bzw. 18 Wochen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Mutterschaftsgeld. Liegt das Mutterschaftsgeld unter dem vorherigen Nettoverdienst, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz auszugleichen. Während der Elternzeit (früher: Erziehungsurlaub) zahlt der Bund für maximal zwei Jahre ein Erziehungsgeld in Höhe von 307 Euro monatlich (allerdings gibt es Einkommensgrenzen, die ab dem 7. Lebensmonat des Kindes noch verschärft werden).

Die einzelnen Bundesländer zahlen im Anschluss an das Bundeserziehungsgeld noch ein Landeserziehungsgeld. Anstelle der Mutter kann auch der Vater die Elternzeit und das Erziehungsgeld in Anspruch nehmen bzw. beide können die Elternzeit gemeinsam nehmen und während der Zeit auch bis zu 30 Stunden in der Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen. (ms)

 

Weiterführende Informationen:


"Mutterschutz, Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub" (Recht aktuell) von Jost Ebener

Kurzbeschreibung:  Dieser Ratgeber vermittelt einen Überblick über alles, was Eltern über Erziehungsgeld und -urlaub, Kündigungsschutz, Leistungen der Krankenkasse sowie alle weiteren rechtlichen Themen rund um die Elternschaft wissen sollten.
Er enthält zahlreiche Detailinformationen angefangen von Problemen bei der Einstellung über die Modalitäten des Kündigungsverbots, Schutzvorschriften am Arbeitsplatz sowie Schutzfristen vor und nach der Geburt, Mutterschaftsgeld, Erziehungsgeld und -urlaub bis hin zur Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente und vieles mehr.

Zu beziehen unter anderem hier.

 

Wachstumseffekte einer bevölkerungsorientierten Familienpolitik, von Axel Plünnecke / Susanne Seyda

Kurzbeschreibung: Der Familienpolitik kommt bei Bewältigung des demografischen Wandels eine besondere Rolle zu, da sie Maßnahmen ergreifen kann, mit deren Hilfe der demografische Trend geändert, die Geburtenrate also angehoben werden kann. Familienpolitik hat ferner Auswirkungen auf das Verhalten von Familien und ihren Mitgliedern, die ihrerseits Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft und des Wachstums in Deutschland nehmen. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Frage, inwieweit durch eine bevölkerungsorientierte Familienpolitik die zukünftigen Wachstumschancen verbessert werden können. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei neben den Wachstumswirkungen einer höheren Geburtenrate auch die Effekte der Familienpolitik auf Erwerbsbeteiligung und Bildungsstand der Bevölkerung.

Zu beziehen unter anderem hier.