Preisindex
Ein Preisindex dient zur Berechnung der Inflationsrate. Dabei werden Preisänderungen einer bestimmten Gütergruppe, des so genannten "Warenkorbs", erfasst: Das Preisniveau einer bestimmten Periode wird gleich 100 gesetzt (in Deutschland ist das zur Zeit das Jahr 2000), und die künftigen Preisveränderungen werden darauf bezogen. Steht der Index zum Beispiel im Jahr 2001 bei 101,4 Punkten, dann bedeutet das im Vergleich zu 2000 eine Teuerung von 1,4 Prozent.
Erfasst bzw. ermittelt wird der Verbraucherpreisindex vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden als so genannter "Laspeyres-Index" (benannt nach dem französischen Mathematiker, der diese statistische Erfassungsmethode entwickelt hat). Als Vergleichswert gilt das so genannte Basisjahr, das im Abstand von fünf Jahren neu festgelegt wird. Aktuell ist es das Jahr 2000.
Um die Teuerungen in einer Volkswirtschaft zu erfassen, gibt es verschiedene Preisindizes. Am gebräuchlichsten ist der "Preisindex des Bruttoinlandsproduktes", der die durchschnittliche Preisänderung aller Konsum- und Investitionsgüter widerspiegelt. In Deutschland ist der "Preisindex für die Lebenshaltung der privaten Haushalte" am bekanntesten. Er gibt Auskunftüber die Preisentwicklung beim Konsum der privaten Haushalte. Dazu gibt es einen Index, der die Preisentwicklung für alle Haushalte misst und verschiedene Unter-Indizes für unterschiedliche Haushaltstypen, zum Bespiel einen für Rentnerhaushalte, einen für Single-Haushalte oder auch einen für Haushalte von Familien mit Kindern.
Weitere Preismessziffern sind zum Beispiel der Importpreisindex, der Exportpreisindex und der Erzeugerpreisindex. Für die Mitglieder der Europäischen Währungsunion macht der "Harmonisierte Verbraucherpreisindex" (HVPI) die Inflationsmessung der einzelnen Länder vergleichbar.
Zur Berechnungsmethode der Preisindizes: Der Anteil eines Gutes am jeweiligen Warenkorb (wird gewöhnlich alle fünf Jahre aktualisiert) bestimmt sein "Gewicht" an der durchschnittlichen Preisentwicklung. So haben zum Beispiel in Deutschland die Nahrungsmittel ein Gewicht am Gesamtindex der Verbraucherpreise von 13,1 Prozent, die Ausgaben für Mieten und Energie machen 27,5Prozent aus. Die dem Preisindex zugrunde liegenden Preise werden durch monatliche Erhebungen bei Haushalten und Unternehmen ermittelt. (Gg)
Weiterführende Informationen:
Stabiler Euro als Aufgabe, währungspolitischer Vortrag von Professor Dr. Hans Tietmeyer, 10.12.2001
(...) Die deutsche Seite hat schon früh ihre Bereitschaft zur Währungsunion in Europa erklärt. Sie wollte und musste jedoch zunächst darauf dringen, dass eine dauerhafte Stabilitätsorientierung als gemeinsames Ziel festgelegt, die ökonomische Grundlage dafür geschaffen und eine Konstruktion gefunden wurde, die auch dauerhaft in diesem Sinne tragfähig sein kann.
Das Bemühen um dauerhafte Stabilitätsorientierung lag nicht nur im Interesse der durch die DM besonders stabilitätsgewöhnten deutschen Bevölkerung. Das lag von Anfang an auch im recht verstanden Interesse der europäischen Integration selbst. Denn nur auf einer solchen Grundlage kann sich die europäische Integration auch weiterhin weitgehend konfliktfrei und dauerhaft wohlstandssteigernd entfalten.
Diesen Stabilitätsanforderungen ist im Maastricht-Vertrag, im Stabilitäts- und Wachstumspakt und insbesondere auch in der institutionellen Ausgestaltung des europäischen Zentralbanksystems weitgehend Rechnung getragen worden. Das haben auch die ersten Jahre mit dem Euro bereits gezeigt.
Der Euro, in dem die nationalen Währungen seit Anfang 1999 nur noch feste Bestandteile sind, hat auch in einem schwierigen Umfeld seine innere Stabilität weitgehend erhalten können. (...)"
Vor allem als Präsident der Deutschen Bundesbank stand Professor Dr. Hans Tietmeyer, heute Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) für Währungsstabilität.
Die hier zitierte Rede und weitere Beiträge, Aufsätze und Vorträge zum Thema Währungsstabilität finden Sie auf der persönlichen Website von Hans Tietmeyer.
Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft: Ein Schnupperkurs in Sachen Ökonomie
Kurzbeschreibung: Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft", eine Publikation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), richtet sich an Leser, die mit dem Thema Wirtschaft bisher noch wenig vertraut sind. Auf unterhaltsame und allgemein verständliche Weise wird erklärt, wie die Soziale Marktwirtschaft funktioniert und wie Wettbewerb zum Nutzen aller wirkt. Das Heft thematisiert anschaulich und kompakt die aktuellen Probleme in unserem Wirtschafts- und Sozialsystem und zeigt auf, was mehr Wachstum und Beschäftigung entgegensteht. Behandelt werden auch Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland und die in der Öffentlichkeit oft umstrittenen Gewinne der Unternehmen. Aktien und Börse sind Thema eines Erklärstücks. Zum Schluss widmet der Autor auch der Globalisierung ein Kapitel. Es soll Mut machen, sich auf die neuen Herausforderungen einzulassen: Denn die grenzüberschreitende Freiheit eröffnet neue wirtschaftliche Chancen - vor allem für jene Menschen, die die Zukunft mit Eigeninitiative und dem Glauben an die eigene Leistung optimistisch angehen. Allgemeinverständlich erklärt werden auch Begriffe wie Angebotspolitik, Bruttoinlandsprodukt, Inflation,Investitionen, Preise, Produktivität, Subventionen.
Die Broschüre ist unter anderem hier zu beziehen.

