Private Altersvorsorge

Grafik: Entwicklung der Zahl privater Altersvorsorgeveträge Die private Altersvorsorge als dritte Säule der Einkommenssicherung im Alter ist freiwillig. Ihre Bedeutung hängt unter anderem von dem Versorgungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung und von den Leistungen aus betrieblichen Versorgungssystemen ab. Bisher wurde im Rahmen der gesetzlichen Versorgung ein Nettorentenniveau von etwa 70 Prozent des durchschnittlichen Jahresnettoarbeitsentgelts angestrebt. Dieses Niveau galt als hinreichende Sicherung des Lebensstandards.

Allerdings wird das so genannte Standardrentenniveau kaum erreicht. Es ergibt sich aus der fiktiven Rente eines Versicherten, der über 45 Jahre lang Beiträge jeweils in Höhe desdurchschnittlichen Jahresarbeitsentgelts in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Aufgrund von Arbeitslosigkeit, Ausbildung oder unterdurchschnittlichen Verdiensten liegen die durchschnittlichen Renten deutlich unter dem Standardrentenniveau. Westdeutsche Männer erreichten im Jahr 2000 60 Prozent, bei den Frauen wurde trotz steigender Erwerbsbeteiligung kaum ein Drittel der Durchschnittsverdienste erzielt (Grafik). Auch die Hinterbliebenenversorgung garantiert keine Lebensstandardsicherung im Alter. Und die demographische Entwicklung wird weitere Absenkungen des gesetzlichen Rentenniveaus notwendig machen.

Mit dem so genannten Altersvermögensgesetz werden von 2001 bis 2008 die staatlichen Anreize zur privaten Altersvorsorge erhöht: Die Leistungen aus kapitalgedeckten Systemen sollen gestärkt werden, weil diese Vorsorgeform von der demographischen Entwicklung unabhängig ist. Damit macht die Regierung deutlich, dass die gesetzliche Rentenversicherung keine alleinige Lebensstandardsicherung sein kann. Die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors ab 2005 wird das gesetzliche Versorgungsniveau weiter absenken.

Ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, bleibt indes zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Bereits die mehrfache Absenkung der gesetzlichen Schwankungsreserve lässt erkennen, dass die bisherigen Annahmen für die Rentenberechnungen zu optimistisch waren. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Rürup-Kommission. Deshalb wird künftig der kapitalgedeckten Altersvorsorge eine noch größere Bedeutung für die Lebensstandardsicherung im Alter zukommen müssen. (Pi)

 

Weiterführende Informationen:


Private Altersvorsorge. Gezielt absichern in jeder Lebensphase, von Stiftung Warentest

Kurzbeschreibung: Sie haben zahlreiche Chancen: Bei der Riester-Rente gibts Zuschüsse bei geringem Einkommen und Steuervorteile für Gutverdiener. Die betriebliche Altersvorsorge per Pensionsfond etwa lockt mit der Aussicht auf eine gute Rendite und wird ebenfalls steuerlich gefördert. Für manchen Anleger sind Bank- und Fondssparpläne oder eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung richtig.
Den Über- und Durchblick verschafft Ihnen dieser Ratgeber. Er berücksichtigt die Gesetzesänderungen im Rahmen der Rentenreform. Auch das Bundesverfassungsgerichturteil zur Besteuerung der Renten und seine Folgen sind Thema. Dazu gibt es praktische Tipps für Vertragsabschlüsse und für die Pflege Ihrer verschiedenen Geldanlagen.

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Private Altersvorsorge. Langfristige Finanzplanung für die eigene Zukunft, von Volker Schmitz

Kurzbeschreibung: Die Konsequenzen der Bevölkerungsentwicklung für die Altersvorsorge sind bekannt: Eigenvorsorge ist notwendiger denn je, da die gesetzliche und betriebliche Vorsorgeleistung allein keinesfalls genügend Alterseinkommen zur Erhaltung eines adäquaten Lebensstandard im Alter gewähren kann. Der Autor verdeutlicht, dass es bei für den Vermögensaufbau nicht nur auf die Auswahl der richtigen Anlageprodukte ankommt, sondern vor allem auf die ausreichende Höhe der Sparquote. Dieses Buch gibt dem Leser eine einfache Berechnungsmethode an die Hand, mit der er die notwendige Höhe seiner Vorsorgeleistung selbst ermitteln kann und warnt vor überzogenen Renditevorstellungen. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen zusätzlich die Materie.

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