Reine Steuersparfonds

Reine Steuersparfonds sind Medien-, Windkraft-, Leasing-, Wertpapierhandels- und Video-Game-Fonds sowie Schiffsbeteiligungen. Bezieher höherer Einkommen erwerben Anteile an solchen Fonds in erster Linie, um damit Steuern zu sparen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 an entfällt die Steuerbegünstigung dieser Anlageform. Grund ist die bisherige großzügige steuerliche Verlustverrechnung, durch die dem Fiskus jährlich Einnahmen in Milliarden-Höhe entgangen sind. Durch die Streichung der Steuervergünstigungen erhofft sich der Staat Mehreinnahmen von bis zu 2,1 Milliarden Euro jährlich.

Ein erster Versuch von Ex-Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), die reinen Steuersparmodelle im so genannten Umlaufverfahren zu kappen, war am Widerstand des früheren Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) gescheitert. Ende November dann beschloss die rot-schwarze Große Koalition die endgültige Streichung der Steuervorteile für reine Steuersparfonds mit dem Stichtag 11. November 2005. Damit können Anleger in Zukunft Verluste aus einem der oben genannten Fonds nur noch mit Gewinnen aus derselben Anlage verrechnen.