Rentenniveau

Das Rentenniveau bzw. die Höhe der Altersbezüge ist ein zentrales Thema in der anhaltenden Diskussion um eine Reform der gesetzlichen Alterssicherung. Dabei ist zwischen Netto-, Brutto- und "modifiziertem Bruttorentenniveau" zu unterscheiden.

Das Netto-Rentenniveau bemisst sich aus dem Verhältnis der verfügbaren Rente eines Durchschnittsverdieners (ohne Kranken- und Pflegeversicherungsanteil) nach 45 Arbeits- bzw. (Renten-)Versicherungsjahren einerseits und dem durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten in demselben Kalenderjahr andererseits.

Das Brutto-Rentenniveau setzt spiegelbildlich die Bruttorente eines Durchschnittsverdieners mit 45 Beitragsjahren ins Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttoverdienst.

Der Übergang auf die nachgelagerte Besteuerung ab 2005 führt aber dazu, dass die individuell variierende Steuerschuld - z.B. in Abhängigkeit von ergänzenden Alterseinkommen - keine "einheitliche" Besteuerung eines Versorgungsniveaus mehr erlaubt. Deshalb soll zukünftig ein modifiziertes Bruttorentenniveau - nach Abzug der Sozialbeiträge, aber vor Steuern - berechnet werden. Für den Eckrentner mit 45 Versicherungsjahren und durchschnittlichen Verdienst lag dieses Niveau 2004 bei rund 52 bis 53 Prozent und darf bis 2020 nicht unter 46 Prozent und bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken. (Pi)

Weiterführende Informationen:

Gesetzliche Rentenversicherung - Rettungsmaßnahmen mit Schönheitsfehlern, Institut der deutschen Wirtschaft, iwd Dezember 2006

Längere Lebenserwartung und ausbleibender Nachwuchs bringen Deutschlands umlagefinanzierte Rentenversicherung stark in Bedrängnis. Durch moderate Beitragssatzanpassungen wäre die gesetzliche Rente in ihrer derzeitigen Form wohl nicht mehr zu retten. Daher wagt die Bundesregierung nun einen so überfälligen wie naheliegenden Schritt: Die Menschen sollen länger arbeiten – von 2029 an bis zu ihrem 67. Geburtstag. Die angedachten Ausnahmeregelungen mindern jedoch den Effekt des verschobenen Renteneintritts deutlich. Als weiterer Wermutstropfen kommt hinzu, dass ausgesetzte Rentenkürzungen zu spät nachgeholt werden sollen.

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Perspektive 2050 - Ökonomik des demographischen Wandels, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)

Kurzbeschreibung
: Deutschland steht vor schwierigen demographischen Herausforderungen: Die Alterspyramide wird von zwei Seiten in die Zange genommen – durch die niedrigen Geburtenzahlen und die steigende Lebenserwartung. Was aus diesen Trends für die Volkswirtschaft folgt, ist alles andere als klar. Dass sie Probleme mit sich bringen, zeigen bereits heute unsere umlagefinanzierten Sozialsysteme. Doch die Beschränkung der Debatte auf die renten- und sozialpolitischen Konsequenzen greift zu kurz. Vor allem der sich abzeichnende makroökonomische Strukturwandel bedarf größerer Beachtung. In dieser Publikation werden die zu erwartenden Auswirkungen einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung auf einzelne Politikbereiche diskutiert. Das IW Köln legt damit eine wirtschafts- und ordnungspolitische Gesamtschau vor, die Risiken offen legt, Handlungsnotwendigkeiten benennt und Chancen der Veränderung aufzeigt.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.