Rentenversicherung

Grafik: Die AlterspyramideDie gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist als Umlageverfahren organisiert. Das bedeutet, dass - abgesehen von einer geringen Schwankungsreserve - kein Kapital gebildet wird, sondern die Einnahmen der Rentenversicherung direkt als Rentenzahlungen an die Rentner weitergegeben werden. Grundsätzlich unterliegen alle Arbeitnehmer und Auszubildenden der Versicherungspflicht, ausgenommen davon sind Beamte und die meisten Selbstständigen.

Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden durch Beitragszahlungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie durch Steuermittel des Bundes finanziert. Neben der allgemein bekannten Altersrente gehören zum Leistungsumfang der gesetzlichen Rentenversicherung auch Rentenzahlungen bei Invalidität sowie Leistungen im Rahmen der Hinterbliebenenversorgung.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein ausreichendes Beitragsaufkommen, denn mit den Beiträgen werden die Rentenzahlungen an die jeweils ältere Generation finanziert ("Generationenvertrag").

Die demographische Entwicklung in Deutschland gefährdet diese Voraussetzung aber zunehmend, weil sich das Verhältnis von Leistungsempfängern zu Beitragszahlern im Sinne des Generationenvertrages ungünstig entwickelt: Aktuell finanzieren rund 1.000 Beitragszahler die Altersbezüge von rund 420 Rentnern, am Ende des Jahrzehnts erhöht sich diese Zahl bereitsauf knapp 470 und im Jahr 2050, so die Prognose, müssen 1.000 Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung dann die Renten von 880 Pensionären finanzieren, also mehr als doppelt so viele wie heute.

Ohne Reform würde es daher zwangsläufig zu einem Anstieg der Beitragssätze kommen. Diese wiederum würden über steigende Arbeitskosten den Arbeitsmarkt belasten. Zur Vermeidung einer derart ungünstigen Entwicklung ist eine Absenkung des Rentenniveaus in Verbindung mit dem Aufbau einer zusätzlichen, kapitalgedeckten Altersvorsorge unvermeidbar. (Pi)

 

 

Weiterführende Informationen:

Rentenversicherung in Europa - An morgen denken, Institut der deutschen Wirtschaft, iwd Juli 2007
Von der Volksrente bis hin zur beitragsbezogenen Rentenversicherung – alle möglichen Spielarten der gesetzlichen Altersvorsorge sind in Europa zu finden. Sämtliche Systeme stehen jedoch vor der gleichen Herausforderung – die Bevölkerung altert und nur wenige junge Leute folgen nach, die Beiträge oder Steuern schultern können. Einige Staaten suchen deshalb ihr Heil in der ergänzenden Privatvorsorge. Nur wenige Staaten wie Estland, Lettland oder Ungarn setzen auf die Kapitaldeckung auch in ihrer gesetzlichen Alterssicherung.

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Demografie - planen für morgen, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, iwd Januar 2007

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Kreative Lösungen sind gefragt, um die große Herausforderung des demografischen Wandels zu meis­tern: die Alterung der Gesellschaft. Derzeit kommt auf einen Bundesbürger im Alter von unter 20 Jahren ein über 65-Jähriger. Im Jahr 2050 werden einem Jugendlichen – grob gesagt – zwei Senioren gegenüberstehen. Zum einen ist das eine Folge der geringen Geburtenzahlen. Zum anderen wurzelt die Alterung in einem enormen Fortschritt – der steigenden Lebenserwartung.

Die Mädchen des Jahrgangs 1975 werden im Schnitt 78,8 Jahre alt. Eine Neugeborene, die heute in Deutschland zur Welt kommt, hat dagegen schon eine durchschnittliche Lebenserwartung von 81,5 Jahren. Mädchen, die 2050 geboren werden, können sogar – je nach Schätzung – mit rund 88 Lebensjahren rechnen.

Damit die Rentenversicherung diese grundsätzlich positive Entwicklung ver­kraftet, hat die Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung unternommen: Die gesetzliche Grenze, ab der Arbeitnehmer ohne Abschläge in Rente gehen können, wird schrittweise von 65 auf 67 Jahren angehoben. Für die Rentenversicherung bringt das zumindest etwas Erleichterung: Im Jahr 2050 werden 100 Bundesbürger zwischen 20 und 67 Jahren 56,2 Menschen im Rentenalter unterstützen. Ohne die Reform würden zu diesem Zeitpunkt auf 100 Bei­trags­zahler zwischen 20 und 65 Jahren 64,3 Per­sonen im Rentenalter kommen. (...)

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