Röpke, Wilhelm
Wilhelm Röpke (1899-1966) gehört zu den herausragenden Liberalen des 20. Jahrhunderts. Er zählt zu den Hauptvertretern des Neoliberalismus wie Mitbegründers der sozialen Marktwirtschaft und damit zu den geistigen Vätern der neu entstehenden Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg.
Sein ordnungspolitisches Verständnis gründet auf einem klaren konservativen Werteverständnis. Eine kapitalistische Wirtschaftsordnung generiert von sich aus nicht eine Moral, sondern schafft eine Grundlage für moralisches Verhalten. Das Vertrauen, auf welchem jeder Vertrag beruht, basiert auf der sittlichen Festigkeit der Beteiligten. Mit Entschiedenheit wandte sich Röpke gegen einen Staat, der Wohlfahrt und Sicherheit nach allen Seiten austeilt - "bald zugunsten dieser, bald zugunsten jener Gruppe" (Röpke: "Jenseits von Angebot undNachfrage").
Nach seinem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen sowie der Nationalökonomie in Tübingen und Marburg promovierte er schon 1921 und habilitierte sich 1922. 1924erhielt er einen Ruf als jüngster deutscher Professor an die Universität Jena, wechselte 1928 nach Graz und ein Jahr später nach Marburg. Unter dem Druck des NS-Regimes ging er 1934ins Exil an die Universität Istanbul. Ab 1937 lehrte er als Professor für internationale Wirtschaftsfragen in Genf am Institut für internationale Studien; dort war er bis zu seinem Tod tätig. 1947 gehörte er zu den Mitbegründern der Mont Pèlerin Society.
Röpke war nicht nur ein außerordentlich produktiver Gelehrter, sondern auch aktiv in der wirtschaftspolitischen Beratung tätig. Wie auch Walter Eucken war er ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und wandte sich gegen jede Form des Kollektivismus. Röpke war immer mehr als "nur" ein Nationalökonom. Zu seinen bekanntesten Schriften gehören unter anderem "Die Lehre von der Wirtschaft" (Bern, 1937), "Civitas Humana. Grundfragen der Gesellschafts- und Wirtschaftsreform" (Zürich, 1944) sowie "Jenseits von Angebot und Nachfrage" (Bern, 1958).(Me)
Weiterführende Informationen:
Die Lehre von der Wirtschaft. Von Wilhelm Röpke.
Kurzbeschreibung: Das Buch bietet eine eingehende, elementare, verständliche und die Zusammenhänge aufzeigende Darstellung wirtschaftlichen Handelns. Es zeigt die wirtschaftspolitischen Voraussetzungen und Wirkungen auf der Basis mikroökonomischen Denkens. Aus dem Inhalt: Grundtatsachen der Wirtschaft. Das Gewebe der Arbeitsteilung. Geld und Kredit. Güterwelt und Produktionsstrom. Märkte und Preise. Arm und Reich. Die Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts. Wirtschaftsverfassung, Weltkrise und Nationalökonomie.
Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.
Wilhelm Röpke. Ein Leben in der Brandung, von Hans-Jörg Hennecke
Kurzbeschreibung: Soziale Marktwirtschaft, Westbindung, Föderalismus. Wilhelm Röpke (1899-1966) war der "geistige Vater" der sozialwirtschaftlichen Ausrichtung der Bundesrepublik in der Ära Adenauer/Erhard. In seinem Leben spielte er mehrere Rollen zugleich: bahnbrechender Nationalökonom, streitbarer Politikberater und glänzender Publizist. Seine Mahnungen und Orientierungen sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts aktueller denn je.
Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.
Weiterführende Links:
http://www.forum-ordnungspolitik.de/component/option,com_frontpage/Itemid,1/
http://www.bundestag.de/dasparlament/2007/13/Beilage/002.html
http://www.liberalismus-portal.de/wirtschaftsliberalismus.htm
http://ger.libinst.ch/events/highlights/markt_moral/
http://www.ordnungspolitisches-portal.com/04_Index_Vaeter.html

