Selbstständigkeit
Selbstständigkeit ist eine der tragenden Säulen der Beschäftigungsentwicklung. Ohne Selbstständige gäbe es keine Unternehmen und auch keine abhängig Beschäftigten. Insofern ist die Förderung von Unternehmensgründungen eine der vorrangigen Aufgaben der Wirtschaftspolitik.
In Deutschland gab es 2000 rund 3,6 Millionen Selbstständige, etwa 320.000 Personen arbeiteten als so genannte "mithelfende Familienangehörige". Die insgesamt rund 3,9 Millionen Selbstständigen stellten damit fast 11 Prozent aller Erwerbstätigen. Rund die Hälfte der Selbstständigen sind "Alleinunterhalter", arbeiten also ohne weitere Beschäftigte. Die meisten Selbstständigen arbeiten im Dienstleistungssektor. Mehr als 2,6 Millionen Frauen und Männer haben sich hier inzwischen eine eigene Existenz aufgebaut. Den höchsten Anteil an Selbstständigen ("Selbstständigenquote") gibt es mit fast 47 Prozent in der Landwirtschaft. Dort sind auch die meisten mithelfenden Familienangehörigen tätig.
Im Durchschnitt sind Selbstständige finanziell besser gestellt als abhängig Beschäftigte. Fast 32 Prozent von ihnen haben ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 4.000 Mark, während es bei den Angestellten nur gut 16 Prozent und bei den Arbeitern gar nur knapp 4 Prozent sind. Das Pendant zum höheren Einkommen ist das unternehmerische Risiko: Sechs Jahre nach ihrer Gründung existiert im Durchschnitt nur noch die Hälfte aller neuen Betriebe. In den neunziger Jahren wurden in Westdeutschland jährlich über 300.000 Arbeitsplätze durch Neugründungen von Unternehmen geschaffen. In Ostdeutschland waren es rund 150.000.
Damit leisten die Existenzgründer einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel, denn die meisten Unternehmensgründungen gibt es im zunehmend wichtiger werdenden Dienstleistungssektor: Allein im Einzelhandel und im Reparaturgewerbe entstanden in den neunziger Jahren rund 52.000 Arbeitsplätze pro Jahr, im Gastgewerbe waren es 35.000 und bei den Dienstleistern aus Beratung und Werbung immerhin noch rund 29.000 neue Arbeitsplätze. Zwar ist auch im Servicesektor ein Teil der Arbeitsplätze durch Betriebsschließungen wieder verlorengegangen, aber dennoch ist dort der Beschäftigungssaldo positiv. Im verarbeitenden Gewerbe dagegen sind in den Neunzigern durch Betriebsschließungen mehr Arbeitsplätze verloren gegangen, als geschaffen wurden. (Hs)
Weiterführende Informationen:
Existenzgründungen - Den Geldhahn abgedreht, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), iwd August 2006
Noch nie in der neueren Geschichte der Bundesrepublik war der Saldo aus Unternehmensgründungen und -liquidationen so klein wie im vergangenen Jahr. Unter dem Strich überstieg die Zahl der Gründungen die der Löschungen nur um knapp 54.000 Firmen. In den neunziger Jahren kletterte die Zahl der Unternehmen dagegen noch Jahr für Jahr per saldo um mehr als 100.000. Für die rückläufige Entwicklung gibt es mehrere Ursachen wie die schwierigere Gründungsfinanzierung und das Ende der Ich-AG.
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Gründungsförderung - ein Buch mit sieben Siegeln, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)
Kurzbeschreibung: Selbst Fachleute verzweifeln, wenn sie Existenzgründern das für sie maßgeschneiderte Förderprogramm empfehlen sollen. Allein die KfW-Mittelstandsbank vergibt pro Jahr Kredite und andere Finanzspritzen von mehreren Milliarden Euro. Dazu kommen zahlreiche Länderinitiativen. Nicht zuletzt deshalb dürfte der Standort für Existenzgründer nach wie vor ein interessantes Pflaster sein. Denn es werden Jahr für Jahr mehr Firmen gegründet als geschlossen - wenngleich die Zahl der Liquidationen zuletzt angezogen hat.
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Der Unternehmer als Chef, Manager und Privatperson, von Peter May
Kurzbeschreibung: Mittelständische Unternehmen sind häufig von Unternehmerpersönlichkeiten geprägt. Die Anforderungen an einen erfolgreichen Unternehmer sind vielfältig. Er muss das Unternehmen managen, die Mitarbeiter führen, und tut gut daran, sein Privatleben nicht zu vernachlässigen.
Peter May zeigt Wege und Strategien, um die Firma nach vorne zu bringen und interne sowie externe Netzwerke zu etablieren und zu pflegen. Auch die Definition und Umsetzung von persönlichen Zielen sind sein Thema, ebenso wie die beste Organisation für die privaten Finanzen. Er trägt damit dem Unternehmertum in all seinen Fassetten Rechnung.
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