Sozialprodukt
Das Sozialprodukt - seit der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) im Jahr 1999 auch "Nationaleinkommen" genannt - dient als Basisgröße für das Wirtschaftswachstum. Das Sozialprodukt entspricht dem Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr von inländischen Unternehmen, Haushalten und vom Staat erwirtschaftet werden.
Weil es sich beim Sozialprodukt um die Summe der Wertschöpfung aller Sektoren handelt, müssen ? um Doppelzählungen zu vermeiden ? die so genannten Vorleistungen von der Produktion der Wirtschaftsbereiche abgezogen werden. Ein Beispiel: Die Reifen eines Autos sind im Wert des Autos enthalten und dürfen nicht noch einmal als eigenes Produkt in das Nationaleinkommen eingehen. Das Nationaleinkommen erfasst die wirtschaftlichen Aktivitäten aller Beteiligten mit ständigem Wohnsitz im Inland (Inländerkonzept). Dabei steht im Vordergrund, dass mit der Produktion gleichzeitig und in gleicher Höhe auch Einkommen wie Löhne, Gehälter, Zinsen, Mieten, Pachten und Gewinne entstehen.
Ein anderes, immer häufiger verwendetes Messkonzept ist das des "Inlandsproduktes" bzw. das "Bruttoinlandsprodukt". Dabei wird das Ergebnis der Produktion in den geographischen Grenzen eines Landes oder eines Wirtschaftsraumes (Inlandskonzept) gemessen.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich im Jahr 2001 auf 2.064 Mrd. Euro. Die Statistiker errechnen das Bruttoinlandsprodukt einmal auf der Basis der aktuellen Preise ("zu laufenden Preisen"). Doch diese nominale Rechnung liefert nur eine ungenaue Basis zur Berechnung des Wirtschaftswachstums, denn das BIP würde auch dann wachsen, wenn lediglich die Preise steigen. Für die reale, also um die Inflation bereinigte Berechnung werden das Inlandsprodukt und das Nationaleinkommen deshalb zusätzlich "zu konstanten Preisen" ausgewiesen. Dazu wird, genau wie bei der Berechnung der Teuerung, ein bestimmtes Basisjahr (derzeit 1995) gleich 100 gesetzt. In den Folgejahren referieren die Werte dann jeweils auf dieses Basisjahr.
In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen gibt es drei Rechnungen zum BIP: Die Entstehungsrechnung zeigt, in welchen Wirtschaftsbereichen das BIP entstanden ist. Die Verwendungsrechnung belegt, wofür das laufende Bruttoinlandsprodukt verwendet wurde (Konsum oder Investitionen). Und die Verteilungsrechnung gibt schließlich Auskunft darüber, welche Einkommen im Produktionsprozess entstanden sind (Löhne und Gehälter der Beschäftigten einerseits, Gewinne der Unternehmen andererseits). (Gg)
Weiterführende Informationen:
Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft: Ein Schnupperkurs in Sachen Ökonomie
Kurzbeschreibung: Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft", eine Publikation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), richtet sich an Leser, die mit dem Thema Wirtschaft bisher noch wenig vertraut sind. Auf unterhaltsame und allgemein verständliche Weise wird erklärt, wie die Soziale Marktwirtschaft funktioniert und wie Wettbewerb zum Nutzen aller wirkt. Das Heft thematisiert anschaulich und kompakt die aktuellen Probleme in unserem Wirtschafts- und Sozialsystem und zeigt auf, was mehr Wachstum und Beschäftigung entgegensteht. Behandelt werden auch Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland und die in der Öffentlichkeit oft umstrittenen Gewinne der Unternehmen. Aktien und Börse sind Thema eines Erklärstücks. Zum Schluss widmet der Autor auch der Globalisierung ein Kapitel. Es soll Mut machen, sich auf die neuen Herausforderungen einzulassen: Denn die grenzüberschreitende Freiheit eröffnet neue wirtschaftliche Chancen - vor allem für jene Menschen, die die Zukunft mit Eigeninitiative und dem Glauben an die eigene Leistung optimistisch angehen. Allgemeinverständlich erklärt werden auch Begriffe wie Angebotspolitik, Bruttoinlandsprodukt, Euro, Europäischer Stabilitätspakt, Globalisierung, Inflation, Investitionen, Preise, Produktivität, Sozialausgaben, Subventionen.
Die Broschüre ist unter anderem hier zu beziehen.

