Steuern

Grafik: Die wichtigsten Steuerquellen Im Haushaltsjahr 2001 beanspruchte der Staat in Deutschland mit einem geschätzten Steueraufkommen von gut 449 Milliarden Euro weit mehr als ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Leistung für sich. Hinter dieser Summe verbergen sich über 40 Einzelsteuern, deren Aufkommen Bund, Ländern und Gemeinden sowie der EU zufließen. Die einzelnen Gebietskörperschaften werden damit in die Lage versetzt, einen großen Teil ihrer öffentlichen Aufgaben und Ausgaben zu bestreiten.

Steuern dienen jedoch nicht nur fiskalischen Zwecken. Der moderne Staat setzt sie auch zur Konjunktursteuerung, als Instrument der Einkommens- und Verteilungspolitik sowie in jüngster Zeit verstärkt als Lenkungsinstrument zur Beeinflussung von Verhaltens- und Konsumgewohnheiten ein, zum Beispiel im Umweltschutz.

Steuern sind Zwangsabgaben, die Kraft staatlicher Finanzhoheit erhoben werden. Wer Steuern zahlt, hat keinen Anspruch auf eine direkte Gegenleistung des Staates wie es zum Beispiel bei Gebühren der Fall ist. Steuern dienen der Erzielung staatlicher Einnahmen, eine Zweckbindung für bestimmte Staatsaufgaben gibt es aber nicht ("Nonaffektationsprinzip"). Als Ausnahme von dieser Regel werden z.B. die Einnahmen aus der Ökosteuer zweckgebunden zur Finanzierung der Rentenversicherung eingesetzt. Die Ökosteuer als ein Beispiel einer "Lenkungssteuer" für nicht-fiskalische Zwecke nimmt in der öffentlichen Diskussion einen immer breiteren Raum ein. Lenkungssteuern sind dabei nicht unumstritten.

Die wichtigsten Steuerquellen sind die Lohnsteuer und die veranlagte Einkommensteuer mit einem Aufkommen von rund 141 Milliarden Euro (2001), die Mehrwertsteuer mit 139,5 Milliarden Euro, die Mineralölsteuer mit 40,5 Milliarden Euro und die Gewerbesteuer mit 24 Milliarden Euro. (Fu)

 

Weiterführende Informationen:

Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft: Ein Schnupperkurs in Sachen Ökonomie

Kurzbeschreibung: Das kleine 1 x 1 der Sozialen Marktwirtschaft", eine Publikation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), richtet sich an Leser, die mit dem Thema Wirtschaft bisher noch wenig vertraut sind. Auf unterhaltsame und allgemein verständliche Weise wird erklärt, wie die Soziale Marktwirtschaft funktioniert und wie Wettbewerb zum Nutzen aller wirkt. Das Heft thematisiert anschaulich und kompakt die aktuellen Probleme in unserem Wirtschafts- und Sozialsystem und zeigt auf, was mehr Wachstum und Beschäftigung entgegensteht. Behandelt werden auch Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland und die in der Öffentlichkeit oft umstrittenen Gewinne der Unternehmen. Aktien und Börse sind Thema eines Erklärstücks. Zum Schluss widmet der Autor auch der Globalisierung ein Kapitel. Es soll Mut machen, sich auf die neuen Herausforderungen einzulassen: Denn die grenzüberschreitende Freiheit eröffnet neue wirtschaftliche Chancen - vor allem für jene Menschen, die die Zukunft mit Eigeninitiative und dem Glauben an die eigene Leistung optimistisch angehen. Allgemeinverständlich erklärt werden auch Begriffe wie Angebotspolitik, Bruttoinlandsprodukt, Euro, Europäischer Stabilitätspakt, Globalisierung, Inflation, Investitionen, Preise, Produktivität, Steuern, Subventionen.

Die Broschüre ist unter anderem hier zu beziehen.

 

Steuereinnahmen - Übermut tut selten gut, Instititut der deutschen Wirtschaft Köln, iwd Mai 2007

Bund, Länder und Gemeinden können bis zum Jahr 2011 mit dem größten Einnahmeplus rechnen, das seit 1955 jemals in einer Steuerschätzung ermittelt wurde: Binnen fünf Jahren steigen die Steuereinnahmen um 125 Milliarden Euro; 2011 dürften knapp 614 Milliarden Euro in die Schatullen der Finanzminister und Kämmerer fließen. Gegenüber den Schätzungen des letzten Jahres ergibt sich ein stattliches Mehraufkommen von 179 Milliarden Euro. Allen Begehrlichkeiten zum Trotz sollte aber Sparhans Küchenmeister bleiben.

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