Stuttgarter Verfahren

Das "Stuttgarter Verfahren" ist ein Verfahren zur steuerlichen Bewertung von nicht börsennotierten Unternehmen bzw. Gesellschaften. Es ist geregelt im Bewertungsgesetz (BewG) und in den Vermögenssteuer-Richtlinien (VStR).

Während sich bei an der Börse notierten Gesellschaften ein Verkaufspreis aus der börsentäglichen Kursfeststellung ergibt, sieht das Bewertungsgesetz für nicht börsennotierte Gesellschaften bzw. Unternehmen die Schätzung ihres Wertes unter Berücksichtigung des Vermögens und der Ertragsaussichten vor. Geregelt ist dieses Schätzverfahren in den Vermögenssteuer-Richtlinien (Abschnitte 4-14 VStR).

Dabei wird unterstellt, dass sich ein Käufer neben dem Vermögenswert auch an der Verzinsung des von ihm aufgewendeten Kaufpreises orientieren würde. Abschnitt 8 VStR legt hierfür einen Zinssatz von 9,0 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren zugrunde.

Das "Stuttgarter Verfahren" kommt sowohl in Gesellschaftsverträgen als auch in der Praxis von Steuerberatern und Rechtsanwälten zur Anwendung.