Technologiezentren

Der Oberbegriff  Technologiezentren schließt sowohl das Konzept der Technologie- und Gründerzentren als auch die Konzepte der Technologieparks und der Technopole ein.


1) Technologie- und Gründerzentrum:

Zu Beginn der achtziger Jahre entwickelte man in Deutschland Konzepte zur gezielten Förderung neuer Technologien in der Wirtschaft. Man entschied sich für ein Konzept, bei dem sich Technologie- und Gründerzentren (TGZ) speziell auf Betriebsgründungen in zukunftsweisenden Branchen konzentrieren. Diese jungen Unternehmen haben in den ersten Jahren nur wenige Mitarbeiter, so dass auch die Technologiezentren eher klein sind.

Sind die Betriebe erfolgreich und weiten ihre Mitarbeiterzahl aus, müssen sie die Zentren verlassen; häufig besteht die Möglichkeit zur Ansiedlung in einem angegliederten Technologiepark. Oft wurden TGZ in Universitätsstädten eingerichtet, um einen engen Kontakt der jungen Betriebe zu Forschung und Lehre zu gewährleisten und universitäre Ausgründungen - sogenannte Spin-offs - am Ort zu halten und zu fördern. Hauptziele der TGZ sind eine innovationsorientierte Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur, die Förderung von Unternehmensgründungen und die Initiierung von FuE-Projekten.

In Deutschland kam es im internationalen Vergleich eher spät zur Umsetzung des Konzeptes. Ausgangspunkt waren das Berliner Innovations- und Gründerzentrum BIG und das Technologiezentrum Aachen 1983. Die Gründungswelle erreichte 1985 mit 23 neuen Zentren ihren Höhepunkt. 1998 existierten ca. 200 TGZ, so dass diese inzwischen zu einem festen Bestandteil der Standortpolitik in den Bundesländern geworden sind. Inzwischen scheint eine Marktsättigung erreicht zu sein; die Arbeitsgemeinschaft deutscher Technologie- und Gründerzentren (ADT) zählte Mitte 2002 193 Mitgliedszentren.

In den neuen Bundesländern machten die Deindustrialisierung und der Verlust des industriellen Forschungspotenzials nach 1989 Technologie- und Gründerzentren zu einem gefragten Instrument der Wirtschaftsförderung. Anders als im Westen wurden die Ost-TGZ auch durch den Bund gefördert. In einem Programm des BMFT wurde die Errichtung von 26 "Modellzentren" mit insgesamt 22 Mio. Euro kofinanziert. Im Jahr 2000 bestanden ca. 75 TGZ in den neuen Ländern, in denen 1.800 Betriebe mit mehr als 10.000 Beschäftigten angesiedelt waren. Damit ist die TGZ-Dichte in Ostdeutschland höher als im Westen.


2) Technologiepark:

Im Unterschied zu TGZ sind Technologieparks eher auf die Ansiedlung größerer Produktions- oder Forschungseinheiten bereits bestehender Unternehmen ausgerichtet. Häufig ist die Abgrenzung zum Gewerbegebiet fließend. Im Unterschied zu TGZ können von Technologieparks erhebliche direkte Beschäftigungseffekte ausgehen. So waren im 1959 gegründeten "Research Triangle Park" in North Carolina, USA, Mitte der neunziger Jahre ca. 34.000 Personen beschäftigt. Alle deutschen Technologiezentren zusammen zählten 1993 nur 22.150 Beschäftigte, im Durchschnitt 138.


3) Technopole:

Mit dem Begriff "Technopole" werden große Forschungs- und Technologieparks bezeichnet, in denen auch Universitäten und Forschungsinstitute angesiedelt sind. Das bisher ehrgeizigste Programm für technologieorientierte Wachstumszentren wurde in Japan 1983 mit dem "Technopolis"-Plan gestartet. Ziel war die Verlagerung von Forschungs- und Produktionsstätten der Hochtechnologie in neue "Wissenschaftsstädte".

Um die Erfolgschancen der Technopole zu erhöhen, wurden strenge Kriterien für die Standortwahl formuliert. Je Präfektur wird höchstens eine Technopolis geschaffen, es muss eine "Mutterstadt" mit Universität existieren und ein Flughafen sowie Schnellzug- und Autobahnanbindung vorhanden sein. Ähnliche Wissenschaftsstädte oder Technopole wurden auch in Russland (Akademgorodok) und Südkorea (Taedok) geschaffen. (Ro)

 

Weiterführende Informationen:

Ostdeutschland - Mit Hightech auf die Überholspur, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, iwd Februar 2007


Kurzbeschreibung: Entgegen der landläufigen Meinung haben sich die ostdeutschen Länder aus dem Tal herausgearbeitet. Mit einem Wachstum des realen Brutto­inlandsprodukts (BIP) von 4 Prozent setzte sich Sachsen 2006 sogar an die Spitze aller Bundesländer. Die gezielte Förderung von Zukunftsbranchen trägt nun Früchte.
(...)

Eine weitere Zukunftsbranche in Sachsen ist die Nanotechnologie:

Mit 108 Unternehmen und Institu­ten, die in diesem Bereich arbeiten und forschen, liegt der Freistaat in Deutschland auf Rang drei hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern. Je Einwohner gerechnet, nimmt der Freistaat sogar den bundesweiten Spitzenplatz ein.

Das Dresdner Fraunhofer Institut für Werkstoff- und Strahltechnik koordiniert dabei mit seinem Nanotechnologiezentrum „Ultradünne funktionale Schichten“ die Arbeit der Unternehmen, Institute, Hochschulen und Verbände.

Lesen Sie den ganzen Text.


Direktinvestitionen - Deutschland zieht Hightech-Firmen an
, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, iwd Februar 2007

Der Standort Deutschland ist attraktiver als oft vermutet – ausländische Firmen haben seit Mitte der neunziger Jahre zwischen Nordsee und Alpen mehr als 400 Milliarden Dollar investiert. Vor allem forschungsintensive Branchen schätzen die gut ausgebildeten Fachkräfte sowie die zuverlässige Infrastruktur. Allerdings macht ihnen unter anderem der Bürokratie- und Regulierungsdschungel das Leben unnötig schwer.
Wer in Deutschland die zunehmenden weltweiten Aktivitäten der Unternehmen anspricht, blickt meist in betroffene Gesichter. Denn für viele Skeptiker bedeutet die Globalisierung vor allem, dass deutsche Firmen ihre Investitionen im Ausland tätigen und hierzulande Arbeitsplätze verloren gehen.DirektinvestitionenDoch die Internationalisierung der Wirtschaft ist auch aus deutscher Sicht keine Einbahnstraße – die hiesige Wirtschaft zog vielmehr in den vergangenen Jahren in beachtlichem Maße ausländisches Unternehmenskapital an (Grafik):
Von 1995 bis 2005 engagierten sich Firmen aus aller Welt mit insgesamt fast 430 Milliarden Dollar in Deutschland – das war weltweit der fünftgrößte Zustrom an Direktinvestitionskapital.

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