Umweltbelastung

Kein Mensch mag schmutziges Wasser, Lärm oder schlechte Luft - dennoch lassen sich Umweltbelastungen letztlich nie ganz vermeiden. Selbst in den vorindustriellen Zeiten wurde zum Beispiel der Boden durch Besiedlung und Ackerbau belastet. Die Entstehung und Entwicklung der Industriegesellschaften hat allerdings ein neues Ausmaß an Umweltbelastungen mit sich gebracht. Dazu gehören globale Probleme wie das Ozonloch über der Antarktis oder die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre.

Umweltbelastungen lassen sich als Schadstoffgehalt in der Umwelt (Immissionen) beschreiben und quantifizieren. Sie werden zu einem Problem, wenn der Schadstoffausstoß (Emissionen) der verschiedenen Quellen die natürliche Kapazität und Fähigkeit der Umwelt überfordert, diese Stoffe aufzunehmen und abzubauen. Durch das Bevölkerungswachstum, die dichte Besiedlung, den hohen Stand an Industrialisierung und die zunehmende Verkehrsdichte ist genau das in vielen Bereichen passiert.

Als größter Verursacher von Umweltbelastung gelten der Energieverbrauch, die industrielle Produktion, der Konsum, das Verkehrswesen und die Landwirtschaft. In der Bundesrepublik, die als weltweit führender Hersteller von Umweltschutzgütern gilt, wurden in den vergangenen Jahren vor allem mit Hilfe moderner Umwelttechnik die Schadstoffbelastungen der Luft, des Bodens und der Gewässer gebremst und verringert.

So sank beispielsweise die Belastung mit den wichtigsten Luftschadstoffen (darunter Schwefeldioxid, Stickoxide und Staub) je 1.000 DM (511 Euro) Bruttoinlandsprodukt von mehr als 400 kg im Jahr 1980 auf knapp 275 kg Ende der neunziger Jahre. Auch in den neuen Bundesländern, wo die Umweltbelastung aufgrund veralteter (Produktions-)Technik zunächst besonders hoch war, sind inzwischen große Fortschritte erzielt worden. (Vo)

 

Weiterführende Informationen:

Umwelteffizienz - Deutschland hat den grünen Daumen

Deutschland geht mit den natürlichen Ressourcen wesentlich sparsamer um als die meisten anderen Industrieländer. Das belegt der neu vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) entwickelte Umwelt-Effizienz-Indikator. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt seit 1991 um fast ein Fünftel gestiegen ist, haben die Emissionen, aber auch der Verbrauch von Wasser und Rohstoffen deutlich abgenommen. Mehr Ökonomie und Ökologie gehen also Hand in Hand.
Doppelverglasung, Blockheizkraftwerke, sparsame Motoren, Prozessinnovationen – all dies und noch viel mehr sorgt hierzulande dafür, dass natürliche Ressourcen wie Kohle, Öl, Gas etc. effizienter eingesetzt werden als früher. Das spart zum einen Geld, denn die fossilen Energierohstoffe sind knapp und teuer. Zum anderen lassen sich so die damit verbundenen Emissionen wie Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Feinstaub zurückfahren, ohne dass die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und damit der Wohlstand der Bürger beeinträchtigt werden.

IW-Trends 4/2006