Unternehmensgründungen

Grafik: <a href=Existenzgründungen in Deutschland" /> Unternehmensgründungen gehören zu den Triebkräften einer dynamischen Volkswirtschaft. Sie tragen zum Wachstum bei und fördern den Strukturwandel. Mit neuen Geschäftsideenwerden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Für langfristiges Wachstum sind Unternehmer, die sich mit Innovationen in neue Technologiefelder vorwagen, besonders wichtig. Auf eineGründung entfallen in Deutschland im Durchschnitt 2,4 Beschäftigte, wobei es starke Unterschiede je nach Branche gibt. Industrielle Gründungen sind im Schnitt amgrößten. Die Aufnahme einer Geschäftstätigkeit ist nicht immer leicht zu erfassen. Die Statistik der Gewerbeanzeigen ist zumindest von der Tendenz her aussagefähig. Allerdingsführt nicht jede Anzeige eines Gewerbes auch zur Aufnahme eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs. Bereinigt man die Statistik um reine "Papiergründungen", Nebenerwerbs- undZweigbetriebe, so werden in Deutschland jedes Jahr rund eine halbe Million Unternehmen gegründet. Ein Höhepunkt seit der Vereinigung wurde 2004 mit über 570.000 Gründungenverzeichnet. Im Jahr 2005 war die Zahl der Gründungen im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig, während die Betriebsschließungen leicht anstiegen. Circa einer halbenMillion Neu-Unternehmen standen 440.000 Liquidationen gegenüber, so dass der Gründungssaldo mit nur noch gut 50.000 den niedrigsten Stand seit 1990 erreichte. Die Entwicklung der letztenJahre ist allerdings durch Sondereffekte beeinflusst, die mit der staatlichen Förderung zusammenhängen: In den Jahren 2003 und 2004 gab es einen Boom neuer "Ich-AGs", 2005 kam es dann zueinem Einbruch durch die Verschärfung der Förderbedingungen. Im ersten Quartal 2006 stagnierte die Zahl der Unternehmensgründungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei knapp130.000. Hier machen sich wahrscheinlich zwei gegenläufige Auswirkungen der besseren konjunkturellen Lage bemerkbar: Zum einen regen gute Geschäftsaussichten zur Gründung an, zumanderen wirken die besseren Arbeitsmarktchancen dämpfend.Viele Gründer haben in den letzten Jahren nämlich nicht aus Überzeugung den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, sondern wegen geringer Arbeitsmarktchancen. Nach einerUntersuchung des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) kommen in Deutschland auf 10 Existenzgründer, die eine Geschäftsidee verwirklichen wollen und ihre Chance suchen, 4 Gründer, diesich aufgrund der Arbeitsmarktlage zur Selbstständigkeit gezwungen sehen. In den Vereinigten Staaten beträgt das Verhältnis 10 zu 1,5. Im GEM werden Existenzgründungen nacheinheitlichen Kriterien durch Befragungen in 35 Ländern erfasst. 2005 gaben in Deutschland 5,4 Prozent der befragten Personen an, dass sie eine Existenzgründung vorbereiten oder indie Gründung eines noch jungen Unternehmens involviert waren. Innerhalb der 35 GEM-Länder kommt Deutschland damit nur auf Rang 23; bezogen auf die europäischen Teilnehmer auf einenPlatz im Mittelfeld.Schaut man auf die Branchenstruktur der Gründungen, so führt der Handel mit ungefähr einem Drittel der Gewerbeanmeldungen gefolgt von Grundstück- und Wohnungswesen mit einemViertel sowie Bau- und Gastgewerbe mit je etwa einem Zehntel, während die Erbringung sonstiger Dienstleistungen, das Kredit- und Versicherungsgewerbe, das Verarbeitende Gewerbe sowie Verkehr undNachrichtenübermittlung nur jeweils 5 bis 7 Prozent der neuen Unternehmen stellen. (Ro)

 

Weiterführende Informationen:

Existenzgründungen - Den Geldhahn abgedreht, iwd August 2006

Noch nie in der neueren Geschichte der Bundesrepublik war der Saldo aus Unternehmensgründungen und -liquidationen so klein wie im vergangenen Jahr. Unter dem Strich überstieg die Zahl der Gründungen die der Löschungen nur um knapp 54.000 Firmen. In den neunziger Jahren kletterte die Zahl der Unternehmen dagegen noch Jahr für Jahr per saldo um mehr als 100.000. Für die rückläufige Entwicklung gibt es mehrere Ursachen wie die schwierigere Gründungsfinanzierung und das Ende der Ich-AG.

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Unternehmergeist in der Schule, von Dana Knischewski/Reinhard Zedler

Die Soziale Marktwirtschaft lebt davon, dass Einzelne die Initiative ergreifen und den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Das Gründungsklima in der Bundesrepublik hat sich zwar zuletzt verbessert, insgesamt stehen die Deutschen aber beruflich noch nicht allzu oft auf eigenen Füßen. Hier ist noch einiges zu tun: Die Förderung von Unternehmensgründungen fängt in der Schule an und braucht die Unterstützung der Politik

Zu beziehen unter anderem hier.

 

Erfolgreiche Unternehmensgründer (Wirtschaftspsychologie) von Michael Frese

Kurzbeschreibung: Das Buch präsentiert praxisorientiert die Ergebnisse der ersten umfassenden Untersuchung von west- und ostdeutschen Kleinunternehmern und stellt die wichtigsten praktischen Konsequenzen aus dieser Studie vor. Es wird aufgezeigt, wie bedeutend psychologische Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmensführung sind, unter welchen Gegebenheiten diese Faktoren besonders relevant sind und welche Konsequenzen sich daraus für die Praxis ergeben. Dazu wird u.a. die Bedeutung von Gründungsmotiven, kulturellen Faktoren sowie Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland für den unternehmerischen Erfolg behandelt und dem Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und erfolgreichen Handlungsstrategien nachgegangen.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.