Unternehmensnachfolge

Grafik: Nachfolgelösungen Etwa zwei Millionen kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sind Einzelunternehmen. Die Zahl der Familienbetriebe liegt jedoch weit höher, da auch andere Rechtsformen meist inFamilienbesitz sind und von Familienmitgliedern gemanagt werden. Bei Kommanditgesellschaften und Offenen Handelsgesellschaften liegt der Anteil bei 95 Prozent und bei den GmbHs bei 80 Prozent.Insgesamt sind über 90 Prozent der 3,4 Millionen Unternehmen in Deutschland familiengeführt und damit von der Nachfolgefrage anders betroffen als ein von angesellten Managern geführtesUnternehmen.Aufgrund des Alters vieler Eigentümer ist die Nachfolgeregelung ein Thema von sehr hoher Bedeutung. Die Übertragung auf die "Nächste Generation" ist heute anders als infrüheren Zeiten kein familieninterner Automatismus mehr, da es nicht länger selbstverständlich ist, dass Nachkommen das Unternehmen der Eltern weiterführen.Nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) in Bonn steht in den nächsten fünf Jahren in etwa 360.000 Unternehmen eine Übertragung an; wobeiKleinbetriebe mit bis zu 50.000 Euro Umsatz nicht berücksichtigt sind. Betroffen sind circa 680.000 Beschäftigte. Andere Untersuchungen gehen von noch höheren Zahlen aus, da jederfünfte Geschäftsführer bereits über 60 ist. Häufigster Übertragungsgrund ist dementsprechend das Alter des Inhabers; der Unternehmer setzt sich in zwei Dritteln derFälle geplant zur Ruhe. Aber bei mehr als einem Viertel der untersuchten Fälle trat die Nachfolgefrage unerwartet auf, z.B. durch einen plötzlichen Todesfall oder Krankheit. Hierliegen besondere Gefahren für die Weiterführung des Unternehmens.Geeignete Nachfolger finden sich meistens im Umfeld des Unternehmers. 43 Prozent der übergabereifen Unternehmen werden an Familienmitglieder weitergegeben. Die am zweithäufigstengewählte Übertragungsvariante ist der Verkauf des Betriebs (21 Prozent). Bei 17 Prozent der Betriebe wird eine externe Führungskraft als Nachfolger bestimmt. Doch immerhin 8 Prozentder Unternehmen werden stillgelegt. Die Gründe für einen Fehlschlag bei der Suche nach einem Unternehmernachfolger sind vielfältig. Insbesondere die Suche nach einem Nachfolger aus deneigenen Reihen scheitert nicht selten. Oft findet sich kein jüngeres Familienmitglied mit Interesse, das Geschäft zu übernehmen.Daneben sprechen hohe Steuerlasten, international vergleichsweise magere Gewinne und unzählige gesetzliche und administrative Auflagen gegen die Übernahme eines Unternehmens. In einerBefragung aus dem Jahr 2004 gaben 36 Prozent der Familienunternehmer an, dass steuerliche Aspekte eine sehr wichtige Rolle bei ihrer Nachfolgeplanung spielen. Insbesondere die hohe Erbschaftsteuerauf das betriebliche Vermögen ist zu einem Hemmschuh geworden. Die von der großen Koalition angestrebte Reform der Erbschaftsteuer ist daher eine wichtige Maßnahme zur Sicherung derUnternehmensnachfolge im Mittelstand. Kernpunkt der Pläne ist eine Stundung der auf das produktive Vermögen entfallenden Erbschaftsteuer über zehn Jahre, wobei bei einerFortführung des Betriebs die Steuerschuld jährlich um ein Zehntel erlassen wird. Heftig diskutiert wird jedoch, ob der Erlass der Steuern an strikte Vorgaben zum Erhalt derArbeitsplätze gekoppelt werden soll. Da Mittelständler vor allem bei wirtschaftlichen Problemen Stellen abbauen, droht Unternehmen in diesem Fall eine höhere Steuerlast, die den Weg indie Insolvenz weiter beschleunigen kann.Um die Übergabeprobleme zu erkennen und zu lösen, müssen Unternehmer rechtzeitig anfangen, die Nachfolgefrage zu klären. Dabei können auch externe Berater hinzugezogenwerden. (Ro)

 

Weiterführende Informationen:

Unternehmensnachfolge - Hilfe aus dem Internet, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)

Kurzbeschreibung: In vielen Familienbetrieben müsste die Nachfolgefrage ganz oben auf der To-Do-Liste stehen. Denn mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmenseigner ist bereits über 50 Jahre alt, jeder Fünfte sogar schon jenseits der 60. Doch oft unterbleibt die systematische Suche nach einem Nachfolger; das Tagesgeschäft geht vor. Professionelle Berater springen jetzt zunehmend in diese Bresche. Sie machen die Firma wetterfest für die Zeit danach. und auch ein Blick ins Internet hilft, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

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Nachfolge in Familienunternehmen" von Hans-Georg Huber, Heribert Sterr-Kölln

Kurzbeschreibung: Bei rund 80.000 Familienunternehmen in Deutschland steht die Nachfolge an. Doch wie sollen die Mittelständler den Generationswechsel angehen? Schritt für Schritt führen die Autoren hin zu einer erfolgreichen Nachfolgeregelung. Die Wegmarken: strategische Ausrichtung des Unternehmens, Lebensplanung der Betroffenen, Auswahl eines geeigneten Nachfolgers, Prozesskompetenzen und Konfliktmoderation, Übergabe der Führungsverantwortung. Viele praktische Beispiele machen konstruktive Lösungen transparent.

Zu beziehen ist dieses Buch unter anderem hier.

 

Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge, von Carl-Ludwig Prinz z Hohenlohe

Kurzbeschreibung: Die 6 Schritte der Unternehmensnachfolge - vom Profi vorgedacht und vorgemacht. »Sein eigener Herr zu sein ist vielleicht die höchste Art von Lebensqualität, die es gibt«. In seinem Praxishandbuch zeigt Prinz Hohenlohe, wie man dies erreicht - und bewahrt. Als Berater-Koryphäe für die Unternehmensnachfolge beleuchtet er ausführlich, worauf es ankommt, wenn man einen neuen Betrieb erwirbt oder einen eingeführten übernimmt. Im Buch lernen Firmenerben und -käufer, Existenzgründer und expandierende Selbstständige, ihr Unternehmen auf eine stabile Plattform zu bauen, beim Firmenantritt keine gravierenden Fehler zu machen und die Weichen früh in Richtung Erfolg zu stellen. Geschäftsidee & Entscheidung, Bewertung & Finanzierung, Umsatzziele & Kapitalbedarf, Gründungsform & Gewerbeanmeldung: Fundiert analysiert der Autor alle Aspekte, Chancen und Risiken. - Unternehmenskauf statt Neugründung - Der Leitfaden für die erfolgreiche Betriebsübernahme

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